Staatspräsident
Papoulias „entsetzt“ über die Lage Griechenlands

Griechenlands Präsident gibt sich fassungslos angesichts der politischen Instabilität seines Landes. Mit den ins Parlament gewählten Parteien will Papoulias nun über die Bildung einer Expertenregierung sprechen.
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AthenAngesichts der Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung in Griechenland hat sich Staatspräsident Karolos Papoulias "entsetzt" über die möglichen Folgen der politischen Instabilität für sein Land gezeigt. Bei einem Gespräch mit den Vorsitzenden der konservativen Partei Nea Dimokratia, der sozialistischen Pasok und der linksradikalen Syriza am Sonntag habe Papoulias vor der "realen Gefahr" gewarnt, die dem Land drohe, heißt es in Dokumenten über das Treffen, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Der Staatschef habe sich auf Warnungen des scheidenden Regierungschefs Lucas Papademos, des Chefs der griechischen Zentralbank und des Finanzministers berufen. Diese hätten vor einem Schwinden der Geldreserven und einem Zusammenbruch des Bankensystems des hochverschuldeten Landes gewarnt, sollten die Bürger wegen der politischen Unsicherheit weiter in großem Umfang ihr Geld abheben.

"Ich denke, die Zeit spielt gegen uns", sagte Papoulias demnach bei dem Treffen. "Und ich bin entsetzt angesichts der Probleme." Den Dokumenten zufolge zeigte sich Papoulias enttäuscht von seinen Gesprächspartnern, von denen er eine "weiterführende Diskussion" erwartet habe.

Bei der Parlamentswahl vom 6. Mai waren Konservative und Sozialisten, die mit der EU den Sparkurs für das hochverschuldete Land ausgehandelt hatten, schwer abgestraft worden. Auf dem zweiten Platz hinter den Konservativen landete die Syriza-Partei, welche das für internationale Finanzhilfen zugesicherte Sparprogramm ablehnt, die Pasok kam auf Platz drei.

Nachdem bislang jegliche Verhandlungen über eine Regierungsbildung gescheitert sind, hatte Papoulias am Montagabend die Bildung einer Expertenregierung vorgeschlagen. Dazu will er nach Angaben von Pasok-Chef Evangelos Venizelos gegen 13.00 Uhr (MESZ) die Vorsitzenden aller ins Parlament gewählten Parteien mit Ausnahme der Rechtsextremen und der Kommunisten treffen.

Die griechische Wirtschaft befindet sich seit fünf Jahren in der Rezession. Im ersten Quartal dieses Jahres sank die Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz der Krise wollen die Euro-Länder Griechenland in ihrer Währungsgemeinschaft halten, wie die Euro-Finanzminister am Montagabend bekräftigten.


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • alle aktiven griechischen Politiker derJahre 1970-2005 gehören wegen Hochverrats in den Knast. Sie habenden Staat okkupiert. Letzte Hoffnung sind die griechische Militärs, die dort noch aufräumen können.

  • Ich hoffe nur, dass sich die Griechen nicht versklaven lassen und selber den einzigen Weg wählen, der langfristig einen Sinn macht.

    Dass ein Neuanfang ohne Euro knallhart und bitter sein wird steht außer Frage. Aber im Gegensatz zu der von Brüssel aufgezwungenen Schuldsklaverei gibt es wenigstens Hoffnung in 10 oder 20 Jahren für seine Bevölkerung eine der Leistungsfähigkeit des Landes angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen.

    http://www.presseurop.eu/de/content/article/618761-debtocracy-oder-die-wut-ueber-die-krise

  • ja, sicher muss GR sich selber finanzieren! Wir haben ja aber gesehen, dass die meisten Griechen leider nicht gerade die Arbeit "erfunden" haben; die müssen endlich selber einsehen, dass sie eine andere Mentalität und Arbeitsmoral erlernen sollen, und dass so schnell wie möglich! Bis dahin, dauert es sehrlange, wie man es sich vorstellen kann. Tja, und bis dahin werden die auf "Entwiklungshilfe" angewiesen sein!

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