Staatsschulden
Griechenland braucht mehr, viel mehr Geld

Die griechischen Sparbemühungen laufen offenbar ins Leere. Das hoch verschuldete Land braucht, so neue Berechnungen, viel mehr Geld als bislang angenommen. Ob es eine weitere Finanzspritze gibt, ist höchst umstritten.
  • 42

Berlin/HamburgDas hoch verschuldete Griechenland braucht offenbar noch viel mehr Geld als bislang angenommen. So fehlten in den beiden kommenden Jahren nicht 11,5 Milliarden Euro, wie von der Regierung in Athen eingeräumt, sondern bis zu 14 Milliarden Euro. Das schreibt „Der Spiegel“ am Samstag unter Berufung auf jüngste Erkenntnisse der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nach einer Recherchetour im Land.

Ursache für die akuten Finanznöte sind demzufolge Rückschläge bei Privatisierungen und die wegen der verschlechterten Wirtschaftslage ausbleibenden Steuereinnahmen. Dies hätten die Abgesandten der EU-Troika herausgefunden. Die genaue Höhe des zusätzlichen Finanzbedarfs solle Anfang September ermittelt werden, wenn die Troika zu ihrem nächsten Besuch nach Griechenland komme.

Die Delegation rüge in ihrem Zwischenbericht auch, dass die Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras schon bisher nicht habe erklären können, wie sie die Einsparungen von 11,5 Milliarden Euro erreichen wolle. Rund ein Drittel der geplanten Einsparungen sei nicht gedeckt.

Die Regierungen der Eurozone suchen dem Magazinbericht zufolge derzeit nach einem Weg, die Finanzierungslücke ohne ein neues Hilfspaket zu überbrücken. Im Gespräch sei, dass die Geberländer Griechenlands einen Rabatt auf die Zinsen für ihre Hilfskredite gewährten oder sich mit einer kompletten Stundung einverstanden erklärten.

Seite 1:

Griechenland braucht mehr, viel mehr Geld

Seite 2:

Schäuble verweigert weitere Hilfsgelder

Kommentare zu " Staatsschulden: Griechenland braucht mehr, viel mehr Geld"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • In Griechenland hat sich, über Jahre, in der gesamten Politik, Verwaltung und auch der Bevölkerung ein derartiger Filz von Korruption und Misswirtschaft gebildet, der von innen heraus nie reformiert werden kann.
    Die einzige Lösung wäre, Griechenland unter Zwangsverwaltung mit Kriegsrecht zu stellen, was einer Besetzung gleichkäme. Dies ist praktisch nicht möglich.
    Deshalb bleibt leider nichts anderes übrig, als die Griechen ihrem Schicksal, ohne den Euro, zu überlassen!

  • wie kommen sie darauf, Insiderwissen, Wunschdenken oder mehr??? Ich wäre sehr happy über mehr Informationen.

  • Oh mann Schäuble...

    Der Euro sei eine stabile Währung .. (Anmerkung: -80 % Kaufkraftverlust in den letzten 10 Jahren)

    „Die, die einen Haufen dummes Zeug reden, die wissen nicht, wovon sie reden.“ Genau! dem ist nichts mehr hinzu zu fügen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%