Staatsstrukturen des IS
Die Sozialwirtschaft des Schreckens

Der „Islamische Staat“ scheint mehr zu sein als eine Terrormiliz. Der IS soll ein System von Sozialleistungen aufgebaut und einen Finanzausgleich der IS-Provinzen etabliert haben. Ein Staat ist er damit aber noch nicht.
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BerlinDie Kämpfer des extremistischen Islamischen Staates werden nach Medienberichten durch umfangreiche soziale Leistungen abgesichert. Innerhalb der Organisation gebe es eine Krankenversicherung, Heiratsbeihilfen und Unterstützungszahlungen für die Familien getöteter oder inhaftierter Kämpfer, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf bislang nicht veröffentlichte interne Dokumente des IS. Zudem habe die Organisation weitgehende staatliche Strukturen errichtet.

Das Blatt berichtete, zusammen mit dem NDR und WDR seien sie die ersten ausländischen Medien, denen die irakische Regierung Einsicht in erbeutete IS-Unterlagen gewährt habe. Dabei soll es sich um über 160 USB-Speichersticks und Festplatten handeln, die von irakischen Sicherheitskräften Anfang Juni sichergestellt worden seien. Die Speichermedien seien bei einer Razzia im Versteck der Nummer Zwei des IS, „Kriegsminister“ Abdel Rahman al-Bilawi, entdeckt worden. Al-Bilawi sei bei dem Einsatz erschossen worden.

Die Dokumente enthielten umfangreiche Namenslisten von Kämpfern, detaillierte Angaben über Waffeneinkäufe sowie Personalakten von Selbstmordattentätern, berichtete das Blatt. Die IS-Führung habe in einer gesonderten Datei „Märtyrer“ für Selbstmordattentate erfasst.

Dort sei meist eine Telefonnummer vermerkt worden, damit Familien oder Freunde über den Tod des Betreffen unterrichtet werden könnten. Viele der Freiwilligen hätten schon eine Woche nach ihrer Ankunft im Irak ihr Selbstmordattentat begangen, hieß es.

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„Finanzausgleich“ zwischen den IS-Provinzen?

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