Staatsverschuldung
Amerikas Schuldenorgie beunruhigt Peking

China - als größter Gläubiger mit Währungsreserven von einer Billionen Dollar - sorgt sich wegen der hohen Staatsverschuldung der USA. Aber auch im Ernstfall, einem Zahlungsausfall, will das Land die US-Papiere weiter halten.
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PekingDie USA spielen nach Einschätzung der chinesischen Zentralbank im Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung mit dem Feuer. Es sei gefährlich, wenn in den USA ein Zahlungsausfall in Betracht gezogen werde, sagte der Berater der chinesischen Zentralbank, Li Daokui, am Mittwoch. Die Volksrepublik müsse alles tun, um Säumnisse der Vereinigten Staaten zu verhindern. Trotz der Unsicherheiten bleibe China aber ein verlässlicher Partner der USA. Sein Land werde US-Papiere wohl auch im Falle eines Zahlungsausfalls halten, sagte Li.

China ist der größte Gläubiger der USA. Die Volksrepublik hält nach US-Angaben aus dem März Währungsreserven in Höhe von mehr als einer Billion Dollar. Das Ausland drängt die USA seit einiger Zeit wegen wachsender Zweifel an der Kreditwürdigkeit zum Schuldenabbau. Die USA haben im Mai die gesetzlich festgelegte Schulden-Obergrenze gerissen. Damit darf sich der Staat kein frisches Geld mehr leihen. Wird die Schuldengrenze nicht erhöht, droht die Zahlungsunfähigkeit.

Eine Lösung in dem Konflikt ist nicht in Sicht. Die oppositionellen Republikaner knüpfen ihre Zustimmung zu einer Anhebung der Schuldengrenze an deutliche Ausgabenkürzungen.

Immer mehr Republikaner scheinen offenbar auch einen Zahlungsausfall hinnehmen zu wollen, um einen Ausgabenabbau durchzusetzen. Auch der Oman äußerte sich besorgt. Ein Zahlungsausfall könnte kurzfristig nicht nur das arabische Land sondern die gesamte Golf-Region destabilisieren, da diese Volkswirtschaften substanziell von den finanziellen Entwicklungen in den USA abhängig seien, sagte führender Vertreter Zentralbank Omans. Das Land hat seine Währung an den US-Dollar gekoppelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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