Stahlstreit
Luxemburg erhöht Hürden für Mittal

Die Regierung in Luxemburg macht im Streit um die feindliche Übernahme vom Stahlkonzern Arcelor durch den Konkurrenten Mittal Druck: Sie bestärkte jetzt ihr Vorhaben, das nationale Übernahmegesetz zu ändern. Dies könnte bedeuten, dass Mittal sein milliardenschweres Angebot für Arcelor vollständig in bar bezahlen müsste und nicht wie geplant größtenteils in Aktien.

HB BRÜSSEL. Die Regierung in Luxemburg zählt zu den stärksten Gegnern der von Mittal angestrebten Übernahme. Sie ist gerade dabei, eine EU-Richtlinie zu Übernahmen und Fusionen in nationales Recht zu gießen. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Handelskammer dafür ein, ihren Vorschlag zu berücksichtigen.

Ein Mittal-Sprecher rief die luxemburgische Regierung auf, in dem Streit neutral zu bleiben und die Arcelor-Aktionäre entscheiden zu lassen. Zudem verlautete, dass Mittal bis spätestens Mitte April die EU-Wettbewerbsbehörden über seine Pläne informieren werde. Nach einer einmonatigen Prüfung sei mit einer Zustimmung der EU-Kommission zu rechnen, hieß es in den mit dem Verfahren vertrauten Kreisen.

Der Weltmarktführer Mittal hat für den Branchenzweiten Arcelor 18,9 Milliarden Euro in bar und in Aktien geboten. Davon sollen höchstens 4,7 Milliarden Euro in bar ausgezahlt werden. Konkret bekämen Arcelor-Anteilshaber bei dieser Offerte 35,25 Euro sowie vier Mittal-Aktien für insgesamt fünf Arcelor-Aktien.

Die 350 höchsten Führungskräfte von Arcelor hatten das feindliche Übernahmegebot am Dienstag einstimmig abgelehnt. „Wir sind davon überzeugt, dass Wert, Innovation und Respekt der einzige Weg sind, unsere Kunden zufrieden zu stellen und die Wachstums- und Profitabilitätserwartungen unserer Aktionäre zu erfüllen“, so die Arcelor-Führungskräfte.

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