Stammesbündnis kämpft gegen Al-Kaida
Anschlagsserie im Westen Iraks fordert rund 70 Opfer

Bei einer Anschlagsserie im Westen Iraks sind am Dienstag rund 70 Menschen getötet worden. In der Unruhe-Provinz Anbar kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, weil ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz vor einem von Polizisten besuchten Restaurant in der Stadt Ramadi zündete.



HB BAGDAD/TAL AFAR. Ein weiterer Anschlag richtete sich gegen einen irakischen Stammesführer in Abu Ghraib. Dabei kamen neben den beiden Attentätern zwei Menschen um, darunter auch der Sohn des Stammesführers. In dem im Nordwesten Iraks gelegenen Ort Tal Afar wurden wenig später bei zwei Bombenanschlägen mindestens 45 weitere Menschen getötet.

In den Gebieten an der Grenze zu Syrien kämpft ein Bündnis von Stämmen gegen Einflüsse der Extremistenorganisation Al-Kaida. In den vergangenen Monaten hat es wiederholt Selbstmordattentate in der Region gegeben. Für den Anschlag auf den Stammesfürsten machten Verwandte die Al-Kaida verantwortlich. Zu dem Stamm gehört auch der irakische Vize-Ministerpräsident Salam al-Sobaie, der vergangene Woche einen Anschlag überlebte.

Die US-Truppen im Irak haben unterdessen zwei mutmaßliche Bombenleger gefasst, die für den Tod von rund 900 Zivilisten verantwortlich sein sollen. Die Männer seien Anführer einer Zelle von Attentätern, teilte das US-Militär mit. Sie seien am 21. März im überwiegend von Sunniten bewohnten Bagdader Stadtteil Adhamija festgenommen worden.

Die Mitglieder der Zelle hätten seit November mit Autobombenanschlägen überwiegend im schiitischen Bezirk Sadr etwa 900 unschuldige Iraker getötet und fast 2000 verletzt. Ob die Gruppe zu Al-Kaida oder einer anderen Gruppe von Aufständischen gehört, wurde nicht bekannt.

Die US-Truppen und die irakischen Soldaten sind derzeit im Rahmen einer groß angelegten Sicherheitsoffensive in Bagdad im Einsatz, mit der die Gewalt in der Hauptstadt eingedämmt werden soll. US-Kommandeuren zufolge ist seitdem die Zahl der durch Todesschwadronen getöteten Menschen stark zurückgegangen. Bombenanschläge stellen aber immer noch ein großes Problem dar. Nach Angaben der US-Armee und der irakischen Regierung gehen die meisten Bombenanschläge in Bagdad auf das Konto von Al-Kaida und weiteren sunnitischen Extremistengruppen.

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