Standard & Poor's
Berlusconi wütet gegen Herabstufung von Italien

„Von Medien diktiert und von politischen Erwägungen fehlgeleitet“: Italiens Premier Berlusconi schießt gegen das harte Rating-Urteil. Die Herabstufung habe mit der Realität nichts zu tun. Die Märkte sehen das anders.
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RomDie Herabstufung Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor's reflektiert nach Darstellung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht die Realität. „Die Einschätzung von Standard & Poor's scheint mehr von Medienberichten als von der Realität diktiert worden zu sein. Sie scheint auch von politischen Erwägungen negativ beeinflusst“, sagte Berlusconi am Dienstag. Die Regierung habe bereits Maßnahmen zur Haushaltssanierung eingeleitet. Schritte zur Förderung des Wirtschaftswachstums seien in Vorbereitung.

Die US-Ratingagentur hatte die langfristige und die kurzfristige Bonität Italiens am Montag herabgestuft. Als Grund nannte S&P „die sich abschwächenden Wachstumsaussichten“ und die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit Roms einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.

Durch eine Senkung der Bonitätsnote wird es für Länder in der Regel teurer, an den Finanzmärkten Kredite aufzunehmen. Die Börse in Mailand öffnete nach der Entscheidung mit Verlusten. Der italienische Leitindex gab um 1,3 Prozent nach.

Auch der deutsche Aktienmarkt reagierte nervös. Der Dax verlor in den ersten Minuten bis zu 0,9 Prozent auf 5369 Zähler. Die Ratingagentur S&P bewertet die Kreditwürdigkeit Italiens nun nur noch mit der Note „A/A-1“ nach bislang „A+/A-1+“. „Das kommt zwar nicht völlig überraschend, aber hilft natürlich nicht gerade, Ruhe in den Markt zu bringen“, sagte ein Händler. Börsianer fürchten, dass die Herabstufung Italiens mitten in der Zitterpartie um die Finanzhilfen für Griechenland neue Angst vor einem Übergreifen der Krise auf andere Staaten schürt.

Neben den europäischen Sorgenkindern haben die Anleger am Dienstag auch den ZEW-Konjunkturindex im Blick. Analysten rechnen damit, dass der Index im September weiter gefallen ist.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht aber immer noch Griechenland. Der Euro-Schuldensünder braucht dringend neue Finanzspritzen der Geldgeber EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (EZB). Sollte diese sogenannte Troika der Regierung in Athen nicht die erforderlichen Reformfortschritte bescheinigen, ist die nächste milliardenschwere Hilfstranche in Gefahr - und dem Land droht die Staatspleite.

Die Gespräche mit den Troika-Experten sollen an diesem Dienstag fortgesetzt werden. Ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums äußerte sich zuversichtlich, dass es dann zu einem Durchbruch kommt. Die Regierung werde voraussichtlich am Mittwoch zu einer Kabinettssitzung zusammenkommen und danach eine Erklärung abgeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Standard & Poor's: Berlusconi wütet gegen Herabstufung von Italien"

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  • Die Agenda 2010 ist ganz sicher nicht der richtige Weg für Italien. Vielmehr leidet das Land darunter, das Deutschland miserabel regiert wird und dort aufgrund stagnierender bzw. rückläufiger Realeinkommen der Import stagniert. In Europa kann eben nicht jeder auf Kosten der anderen Dumping-Politik betreiben.

  • Kann in Deutschland mit Mutti nicht passieren!
    Oder? Wie? Sie ist keine Mutti?
    Na dann!!!!!!!!!!

  • Was wäre eigentlich, wenn das Griechenland oder Italien- oder meinetwegen Euro-Problem auf die eine oder andere Art gelöst wäre. Oder wenn es nie eine Währungsunion gegeben hätte.

    Hätten wir dann keine Probleme/Schulden ?

    Nein, das Grundproblem wäre immer noch da. Jedes Jahr würde es ein Staatsdefizit geben, jedes Jahr würden die Staatsschulden steigen. Seit den 50er Jahren war es in keinem Jahr anders.
    Es wäre also nur eine Frage der Zeit bis wir auch da landen, wo Griechenland heute schon ist. Es würde nur etwas länger dauern.

    Oder würden wir das dann plötzlich irgentwie lösen ?

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