Standort Deutschland
Ausland investiert so stark wie nie

3,2 Milliarden Euro steckten Investoren aus dem Ausland im vergangenen Jahr in Projekte in Deutschland – die Investitionen übertreffen sogar das Rekordjahr 2013. Deutschland punktet nicht nur mit guter Infrastruktur.
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BerlinDeutschland lockt vor allem wegen des wachsenden Interesses aus China so viele ausländische Investoren an wie noch nie. 2014 schoben sie 1199 neue Projekte an – 21 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013. Dabei wurden mindestens 16.000 Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 3,2 Milliarden Euro investiert, wie aus einer Studie der für das Standortmarketing der Bundesrepublik zuständigen Gesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) hervorgeht.

„Deutschland ist der sichere Hafen in Europa und eines der am schnellsten wachsenden Industrieländer“, sagte GTAI-Experte Achim Hartig am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist für Investoren attraktiv.“ Auch mit der guten Infrastruktur, der günstigen Lage in der Mitte Europas und gut ausgebildeten Fachkräften werde gepunktet. „Unsere Forschungslandschaft ist ebenfalls ein gutes Standortargument.“

Die mit Abstand meisten Investoren kamen aus China. Die USA wurden auf Platz zwei verdrängt. Allein 190 Projekte wurden von Firmen aus der Volksrepublik angeschoben – von der Produktion über Vertrieb bis hin zu Forschung und Entwicklung.

Das ist ein Zuwachs um 37 Prozent im Vergleich zu 2013. US-Firmen sorgten für 168 neue Ansiedlungen, Schweizer für 130. „Ausländische Unternehmen investieren bevorzugt in Unternehmens- und Finanzdienstleistungen“, sagte Hartig. „Sehr gefragt sind auch Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Software-Sektor.“

Mehr als die Hälfte der Investoren kommt aus Europa. Deutschland ist wegen seiner guten Binnenkonjunktur für südeuropäische Unternehmen interessant, da sie hier die Flaute auf ihren Heimatmärkten wettmachen können. Für Asiaten wiederum zählt vor allem der Zugang zu Technologie und die günstige Lage.

Die meisten ausländischen Projekte lockte Baden-Württemberg an, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin. „Die Hauptstadt zieht vor allem für die digitale Wirtschaft an“, sagte GTAI-Experte Hartig.

Ausländische Investoren haben sich nicht nur neu auf der grünen Wiese angesiedelt, sondern auch viele deutsche Firmen geschluckt. 489 Übernahmen und Fusionen registrierte Germany Trade & Invest. Hier führten die USA mit 114 Deals, gefolgt von Großbritannien (58) und der Schweiz (44).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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