Standort wird für arabische Anleger wieder interessant
Kuwait will groß in Deutschland investieren

Die Reformen der Bundesregierung und das anziehende Wirtschaftswachstum zeigen nun auchim Ausland erste Wirkungen: Die Bundesrepublik wird für Investoren aus dem Nahen Osten wieder interessant. Sie wollen vermehrt in den Standort Deutschland investieren.

BERLIN. „Wir werden wieder in Deutschland investieren“, sagte der kuwaitische Finanzminister Bader Meshari Al-Humaidhi dem Handelsblatt am Rande des 9. German-Arab Business Forums in Berlin. Die „enttäuschenden 90er-Jahre mit vielen Problemen der deutschen Wirtschaft nach der Wiedervereinigung sind vorbei.“ Nach dem Vorbild des Engagements bei Daimler-Chrysler sei auch der Einstieg bei weiteren deutschen Großkonzernen denkbar, sagte der Finanzminister, ohne Details oder Firmennamen zu nennen.

Das neu erwachende Interesse von Investoren aus dem Nahen und Mittleren Osten hat vor allem mit dem hohen Ölpreis zu tun, der die Kassen der Förderländer füllt. So haben die Golfanrainer ihre Öleinnahmen von 185 Mrd. Dollar im Jahr 2002 auf 460 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr steigern können. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Golfstaaten inzwischen aufgerufen, diese Einnahmen nicht länger zu horten. Denn während die Opec-Länder in den 1970er- und 80er-Jahren ihre konjunkturbedingten Mehreinnahmen (Windfall Profits) zu 75 Prozent ausgaben, ist diese Rate auf 30 Prozent zurückgegangen. Der Löwenanteil wurde gehortet – auch aus Angst vor einer rasant steigenden Inflation oder einer noch stärkeren Überhitzung der Preise für Aktien, Immobilien oder Firmenanteile.

Nach Berechnungen von Commerzbank Research wird der Leistungsbilanzüberschuss der Golfstaaten dieses Jahr auf mehr als ein Drittel ihrer Bruttoinlandsprodukte (BIP) steigen und ihr Netto-Auslandsvermögen mit mehr als einer Bill. Dollar auf 178 Prozent des BIP.

Nun starten die Scheichs auch auf Anraten des IWF milliardenschwere Investitionsprogramme. Allein Kuwait will nach Angaben Al-Humaidhis binnen fünf Jahren über 50 Mrd. Dollar für die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur im eigenen Land ausgeben. „Das sind gewaltige Chancen – auch für die deutsche Industrie“, wirbt der kuwaitische Finanzminister.

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