
Handelsblatt: Auf dem EU-Gipfel vergangene Woche wurden neue Refinanzierungsregeln für die in Schwierigkeiten geratenen Banken beschlossen. Die Börsen zeigten sich danach blendend erholt. Haben wir damit das Gröbste hinter uns?
Nouriel Roubini: Das war nur ein Schritt auf einem langen, langen Weg. Mit den beschlossenen Maßnahmen hat sich Europa Zeit erkauft, sonst nichts. Die Börse schnellt nach oben, weil Kanzlerin Angela Merkel zuvor die Erwartungen kunstvoll nach unten getrieben hat. Aber die Erleichterung wird nur kurz anhalten.
Warum?
Wir steuern auf so etwas wie einen kritischen Punkt zu. Es wird immer klarer, dass der derzeitige Ansatz nicht zu einem stabilen Gleichgewicht führt. Deutschland hofft, dass sich Italien und Spanien durchwursteln und Griechenland im Euro bleibt. Aber die Lage wird für Italien und Spanien heikel, und der Markt weiß sehr genau: Entweder bekommen wir die Fiskal-, Banken- und Transferunion - oder der Euro löst sich auf.
Aber ist es denn nicht richtig, auf Zeit zu spielen, um die Krise vorbeiziehen zu lassen?
Europa hat aber doch keine Zeit mehr. Europa ist wie ein Auto, das auf eine Mauer zurast. Jetzt muss man abbiegen. Die Euro-Zone muss sich stärker integrieren. Das heißt: Fiskalunion mit gemeinsamer Schuldenlast wie Euro-Bonds, Bankenunion und gemeinsamer Einlagensicherung. Und: Es braucht eine Transferunion für Länder wie Griechenland. Es muss ein Wachstumspakt her, der die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellt. Immer weiter zu sparen würde die Rezession nur verschlimmern.
Nouriel Roubini wird am 29. März 1958 in Istanbul geboren und wächst später in Italien auf. Der Makroökonom studiert in Mailand, promoviert in Harvard und wird später Professor in Yale und New York. Als Forscher macht er sich einen Namen, indem er zeigt, dass Regierungen vor Wahlen zu lockererer Geld- und Haushaltspolitik neigen. Roubini arbeitet als Berater für die Weltbank und den IWF - und gehört kurzzeitig zum Beraterteam von Präsident Bill Clinton. 2004 gründet er den Analyse- und Informationsdienst „Roubini Global Economics“.
Der Visionär Anders als viele seiner Kollegen erkennt „Dr. Doom“ frühzeitig die Gefahr, dass die amerikanische Immobilienblase platzen und eine Weltwirtschaftskrise auslösen könnte. Kritiker werfen ihm vor, Lust an düsteren Untergangsszenarien zu haben, verstummen aber, als sich viele seiner Prophezeiungen als wahr herausstellen. In Europa wird vielen mulmig, als er sich auch zur Euro-Krise zu äußern beginnt und vor einem Kollaps der Währungsunion und Panik an den Märkten warnt.
Fiskal-, Banken- und Transferunion sind bislang unakzeptabel für Deutschland. Wie soll das gehen?
Die Geschichte spricht ein klares Urteil. Als Bismarck Deutschland vereinte oder sich die USA bildeten: Bislang durchschritt jede erfolgreiche Währungsunion diese Phasen. Die einzige Währungsunion ohne eine Fiskal- und Bankenunion war die Vereinigung von Frankreich, Belgien und Italien vor 100 Jahren, die Lateinische Münzunion. Kein Mensch erinnert sich mehr daran. Warum? Weil sie zehn Jahre später kollabierte.
Kanzlerin Angela Merkel sagte zu den Plänen über die Einführung von Euro-Bonds, dass dies nicht geschehen werde, solange sie lebe.
Ich verstehe die Position und weiß, warum die Deutschen so argumentieren. Allerdings brauchen wir einen Fahrplan, zumindest Bruchteile davon wie eine europaweite Einlagensicherung. Wenn Italien und Spanien als dritt- und viertgrößte Volkswirtschaften Europas keinen Zugang mehr zu den Kapitalmärkten haben, hat Deutschland nur zwei Alternativen: entweder die völlige Integration oder die Troika übernimmt das Zepter. Im letzteren Fall hat man allerdings Probleme: Das bislang offiziell zugesagte Geld durch die verschiedenen Rettungsformen wie EFST und ESM sowie dem IWF reicht nicht aus. Dazu sagten mir führende Politiker in Europa, dass das in den Ländern politisch nicht durchsetzbar sei. Man würde sich wie ein neokoloniales Anhängsel, wie ein Sklave der Troika vorkommen.

Ehrlich, ich sehne den Tag herbei, an dem der Euro zerbricht. Natürlich werden wir hohe Verluste erleiden, eingebrockt von den BRD-Regierungen der letzten 50 Jahre! Was, die vertreten "das Volk" ?! Unseres jedenfalls nicht! Je länger wir in diesem Elendsprojekt Euro Mitglied sind, umso größer werden die Verluste. Also raus, und zuwar so schnell wie möglich! Wenn der Club Med Geld drucken will, dann nicht auf unsere Knochen! Die haben unsere Ersparnisse schon geplündert und kriegen den Hals nicht voll. Und wir müssen uns schon wieder beleidigen lassen! Schluß damit!
Paladin

Kann mal jemand 1 & 1 zusammenzählen?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,123806,00.html
http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=3108

Mein Rezept: Konsum VERWEIGERN, einfach leben, weniger brauchen und Geld ausgeben --->dafür auch nur 70% arbeiten. Unserer Kinder machen begeistert mit, dafür machen wir mehr zusammen ! Wir haben mehr Zeit, Zeit zum leben, und ein bischen arbeiten ist ja OK. Macht es uns nach - mit KONSUMVERZICHT zeigen wir es der Hochfinanz !
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