Starker Anstieg
Spekulanten treiben Nahrungsmittelpreise

Spekulationen an den Rohstoffmärkten sind nach Einschätzung der EU-Kommission eine von vielen Ursachen für den weltweiten starken Anstieg der Nahrungsmittelpreise in diesem Frühjahr. Im Zusammenhang mit der Krise an den Finanzmärkten hätten spekulative Investoren den grundlegenden Aufwärtstrend der Preise noch verstärkt.

HB BRÜSSEL. So heißt es zumindest in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse.Die Kommission werde das Treiben der Spekulanten und deren Einfluss auf die Preisentwicklung genau beobachten. Bis Jahresende will Brüssel außerdem untersuchen, ob es im Lebensmitteleinzelhandel in der EU einen Mangel an Wettbewerb gibt, der zu dem Preisanstieg beitragen würde.

EU-Agarkommissarin Mariann Fischer Boel sagte zu dem Bericht in Straßburg, die Preise für Grundnahrungsmittel seien nach den Höchstständen Anfang 2008 bereits wieder zurückgegangen. Allerdings würden sie längerfristig auf einem höheren Niveau als etwa 2006 bleiben. Die Politikerin gab zu bedenken, dass die Agrarpreise etwa in den drei Jahrezehnten zuvor im Abwärtstrend gewesen seien.

Als wichtigen Grund für die Verteuerung von Mais oder Reis, die in mehreren Entwicklungs- und Schwellenländern zu Protesten der armen Bevölkerung führte, sieht die Kommission die ständig steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln in den großen Schwellenländern und die wachsende Weltbevölkerung. Die steigenden Energiepreise hätten außerdem die landwirtschaftliche Produktion verteuert, weil die Preise für Treibstoff und Dünger in die Höhe schnellten. Missernten, historisch niedrige Lagervorräte sowie Ausfuhrbeschränkungen in vielen Produzentenländern taten ein Übriges.

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