Start zur Uran-Anreicherung könnte bereits am Montag erfolgen
Iran bleibt im Atomstreit kompromisslos

Der Iran will in dieser Woche seine umstrittene Uran-Anreicherung wieder aufnehmen und lässt sich im Konflikt mit den USA und der EU auch von einer möglichen Einschaltung des UN-Sicherheitsrates nicht abschrecken.

HB TEHERAN. Sobald die Techniker der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ihre Überwachungsanlagen in der Anlage Isfahan installiert hätten, würde dort mit der Uran-Anreicherung begonnen, sagte am Sonntag der Sprecher des Außenministeriums, Hamid Resa Asefi. Dies könne schon am Montag der Fall sein.

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Hans-Gert Pöttering, sieht im Atomstreit mit Iran weiter Chancen für eine Verhandlungslösung. „Das ist ein Pokerspiel, und noch liegen nicht alle Karten auf dem Tisch“, sagte Pöttering nach Angaben des „Handelsblatts“. Pöttering hält sich derzeit in Teheran auf, wo er am Sonntag mit dem iranischen Außenminister Kamal Charrasi zusammenkam. Charrasi habe sich „sehr bedeckt“ gehalten, sagte Pöttering der Zeitung. Die Islamische Republik wolle ihre Interessen wahren, habe diese aber offenbar noch nicht abschließend definiert.

Der CDU-Politiker forderte Teheran auf, vertrauensbildende Maßnahmen einzuleiten und die EU nicht weiter zu brüskieren. Der EU riet Pöttering, die Regierungsbildung in Teheran abzuwarten und „starke Worte“ zu vermeiden. Noch sei nicht klar, ob Iran wirklich auf Konfrontationskurs gehe, wie dies Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Interview gesagt hatte.

Zuvor hatte der Iran einen Vermittlungsvorschlag der Europäischen Union (EU) als inakzeptabel zurückgewiesen. Die EU kündigte bereits an, die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates zu empfehlen, falls Isfahan wieder in Betrieb geht. Für Dienstag wurde zunächst eine Sondersitzung mit der IAEA beantragt. Der Iran erklärte, eine Befassung des UN-Sicherheitsrates mit dem Thema wäre nicht rechtmäßig. Die Regierung in Teheran sei daher auch nicht im Mindesten beunruhigt.

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