Steigende Bestände
Staaten schwimmen in Währungsreserven

Die erfolgreichste staatliche Anlage der Welt kommt aus Norwegen. Die „Ölfonds“ legen – wie alle nationalen Fonds – Erlöse aus staatlichen Konzernen und Währungsrerserven in gewinnbringend an. Allerdings hat diese Sparte noch viel mehr Potential. Allein schon die ungenutzten Reserven Chinas sind gigantisch.

egl BERLIN. Staatliche Fonds in Industrie- und Schwellenländern legen inzwischen Gelder in einer Größenordnung von 1 500 Mrd. Dollar an. Das geht aus einer Untersuchung des britischen Fachmagazins „Central Banking“ hervor, die unter Mitwirkung amtierender Notenbanker, Fondsmanager und des früheren US-Finanzministers Lawrence Summers gemacht wurde.

In den Vermögensfonds werden die Erlöse staatlicher Unternehmen, etwa aus der Erdöl- oder -gasförderung, aus der Privatisierung von Staatsbetrieben und aus überschüssigen Währungsreserven gesammelt und rentabel investiert. Gemessen an den Vermögenswerten führt der 1990 errichtete „Ölfonds“ des Ölförderlandes Norwegen (Norwegian Government Pension Fund) die Liste der nationalen Fonds an. Es folgen die bereits 1974 von der Regierung Singapurs zur Alterssicherung der Bevölkerung geschaffene „Government Investment Corporation“, die „Abu Dhabi Investment Authority“ und die „Kuwait Investment Authority“.

Die Untersuchung bestätigt, dass die erhebliche Steigerung der Erdöl-und -gaspreise in den letzten Jahren in den Förderländern zu einem starken Wertzuwachs der staatlichen Fonds geführt hat.

Um eine Vorstellung zu bekommen, in welchem Ausmaß staatliche Fonds und Zentralbanken heute auf den Märkten als Mega-Anleger agieren, müssen nach Ansicht von Summers die von den Zentralbanken gehaltenen überschüssigen Währungsreserven zu den Fonds hinzugerechnet werden. Summers schätzt, dass sich diese überschüssigen Währungsreserven aller Zentralbanken weltweit derzeit auf 1 500 bis 2 000 Mrd. Dollar belaufen und jährlich um 25 Prozent wachsen.

Nach Angaben von Summers hält China derzeit Überschussreserven von rund 822 Mrd. Dollar, Russland von 200 Mrd., Saudi Arabien von 145 Mrd. und Indien von 136 Mrd. Dollar. Würden die Zentralbanken dieser Länder diese Beträge in rentablere Aktiva als Staatspapiere anlegen, könnten sie Summers zu Folge ihre Erträge um 100 Mrd. Dollar jährlich steigern. Das entspricht einem Prozent ihres Bruttosozialprodukts.

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