Steigendes Defizit

EU schickt Prüfer nach Madrid

Angesichts weiter nach oben korrigierter Defizitzahlen für 2011 will die europäische Statistikbehörde nun in Spanien genauer hinsehen. Madrid beteuert derweil, die Ziele für dieses und kommendes Jahr werden eingehalten.
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Luis De Guindos: Spaniens Wirtschaftsminister sieht keinen Lichtblick für die Ökonomie seines Landes. Quelle: Reuters

Luis De Guindos: Spaniens Wirtschaftsminister sieht keinen Lichtblick für die Ökonomie seines Landes.

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Brüssel/MadridNach der erneuten Korrektur der Defizitzahlen Spaniens schickt die Europäische Statistikbehörde Eurostat Experten nach Madrid. Die Fachleute sollen noch in dieser Woche eintreffen und prüfen, ob die jüngste Revision ausreiche, wie eine Sprecherin der EU-Kommission am Montag in Brüssel sagte. Eurostat werde mit dem spanischen Statistikamt zusammenarbeiten um sicherzustellen, dass „solch ein Problem nicht wieder auftritt“.

Das spanische Wirtschaftsministerium hatte vorige Woche die Defizitzahl für 2011 nochmals heraufgesetzt. Der Fehlbetrag im Haushalt 2011 habe bei 8,9 statt 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gelegen, hieß es. Schuld daran seien erhöhte Ausgaben einiger Regionen.

Trotz der erneuten Korrektur der Zahlen für 2011 hält die spanische Regierung für dieses und das kommende Jahr an den Defizitzielen fest. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Defizit in diesem Jahr auf 5,3 Prozent reduziert wird. Hauptziel für 2013 ist es, ein Defizit von drei Prozent zu erreichen“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Montag bei einem Wirtschaftsforum in Madrid.

De Guindos sieht keinen Lichtblick für die spanische Wirtschaft. Er geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung auch im zweiten Vierteljahr ein Minus von 0,3 Prozent ausweisen wird. Die spanische Wirtschaft war im ersten Quartal 2012 und auch im letzten Quartal 2011 bereits um 0,3 Prozent geschrumpft.

Brüssel kündigte derweil an, das schuldengeplagte Land erhalte schnelleren Zugriff auf rund eine Milliarde Euro aus EU-Fördertöpfen. Das habe EU-Regionalkommissar Johannes Hahn am Montag mit der Regierung in Madrid vereinbart, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Mit diesem Schritt würden rund 939 Millionen Euro für Umwelt-, Verkehrs- und Infrastrukturprojekte, die bereits fertiggestellt sind, ausgezahlt.

  • dpa
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  • Statistikbehörde Eurostat

    Wer aht diese Verei denn gewählt?
    Wir bekommen also mehr und mehr die Diktatur Europa.
    Na dann warten wir mal ab, wie das endet
    Deutschland schafft sich ab und
    Wir bruchen den Euro nicht.

    Sarrazin wird Recht behalten und genau deswegn schlägt man ja wiedeer so auf ihn ein

  • Schummeln die Spanier auch, wie die Griechen?

  • Sie wollen doch nur billig in den Urlaub. Das wäre der einzige Vorteil, aber davon gibt es noch ein paar Länder :).
    Zum Beispiel Indien, Sklavenarbeit eingeschlossen.
    So isoliert kann man nur aus einem Elfenbeinturm argumentieren, aber das tun ja alle "Experten" hier.
    Der Euro ist so gut wie die beste Währung im Augenblick, ein Blick über den deutschen Tellerrand hinaus wäre nicht schlecht.
    Die Schuldenprobleme sind politisch hausgemacht, diese können auch nur hausgemacht wieder bereinigt werden. Alles andere ist den Zug rückwärts parken.
    Aber vielleicht schafft neues Geld drucken ja mehr Arbeitsplätze? Wird das System, auch das deutsche Bankensystem, nicht endlich politisch angefaßt, gehts jeder Währung, und damit dem Export, dem Import und den Arbeitsplätzen schlecht. Wer investiert denn noch in eine DM, wenn die Arbeit mit Aufwertung teurer wird? Ein Austritt aus dem Euro würde allerdings den anderen Ländern einen guten Standortvorteil verschaffen. Warum auch nicht, müssen diese nicht nach Deutschland auswandern um arbeiten zu können.

  • In Spanien wurden jahrelang EU-Gelder in Unmengen von Straßen und Landwirtschaftsprojekte gesteckt. F&E-Investitionen, neue Hightech-Standorte, Schwerindustrie? Fehlanzeige!
    Aber: Falls jemand jetzt herausfindet, dass die Zahlen auch in Spanien geschönt sind, der beruhige sich damit, dass das in D auch an der Tagesordnung war und ist.

  • Die Sorgen und die Wut vor der vorgesehenen heimlichen Enteignung und Versklavung Deutschlands per ESM in der angestrebten EUdSSR sollen die Politiker zu spüren bekommen, um vielleicht noch einen Sinneswandel zu erreichen!

    Bitte helft mit, den ESM konstruktiv zu stoppen: Über 810,000 email Petitionen sind in den letzten Wochen im Bundestag und mehr als 111,000 im bayrischen Landtag seit zwei Wochen eingegangen – unglaublich! Die Leute haben die Nase voll!

    Bitte gleich anklicken und mitmachen. Dauert nur Sekunden und setzt ein Zeichen für Gerechtigkeit und Freiheit von Brüssel!


    http://www.abgeordneten-check.de/email/larumdarum/85.html

    http://www.abgeordneten-check.de/email/unentschieden/69.html

    Mehr zum ESM und warum er so gefährlich ist unter

    http://www.freiewelt.net/video-34/zivile-koalition

    http://www.stop-esm.org/home

  • Viele Politiker haben es immer noch nicht begriffen: der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

    Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

    1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

    2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

    3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

    4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

    5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

    6. Die Abwertungen, zB der griechischen Drachme und der italienischen Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

    7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

    Deswegen brauchen wir in Deutschland und in Europa unsere eigenen Länderwährungen, um dadurch wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen und unsere politische Freiheit zu retten.

  • Goldman Sachs Machteinfluss in Europa alleine:

http://www.independent.co.uk/news/business/analysis-and-features/what-price-the-new-democracy-goldman-sachs-conquers-europe-6264091.html

  • Transparenz ist die Lösung! Alles schonunglos offen legen, dann ist sofort Schluß mit Betrügereien. Ein transparentes Wirtschaftssystem wurde zum ersten Mal im Buch Spielgeld-ein neues Wirtschaftssytem im Jahre 2010 vorgestellt. Aber dieses Wissen ist an unseren verBildeten Entscheidungsträgern wohl (bewußt) vorbeigegangen.

  • Was gibt es da zu prüfen? Alle Negativzahlen x2 rechnen und schon hat man richtige Haushaltszahlen.

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