Steine und Brandsätze
Iraner randalieren vor britischer Botschaft

Vor der britischen Botschaft in Teheran ist eine Demonstration eskaliert. Radikale Studenten warfen Steine und Brandsätze gegen das Gebäude. Augenzeugen berichteten von Explosionen. In Sprechchören riefen die Iraner „Tod für Großbritannien“ und „Tod für Amerika“. Die Krise um die gefangenen Briten spitzt sich damit weiter zu. Doch Russland spricht von einer möglichen Lösung.

HB TEHERAN. Rund 200 Studenten bewarfen am Sonntag in Teheran das Gebäude der britischen Botschaft mit Steinen und Feuerwerkskörpern. In Sprechchören riefen sie „Tod für Großbritannien“ und „Tod für Amerika“. Außerdem forderten sie die Ausweisung des britischen Botschafters und die Schließung der diplomatischen Vertretung.

Polizisten hinderten die Demonstranten daran, auf das Gelände der Botschaft zu gelangen. Einzelne Studenten, die über einen vorderen Zaun klettert waren, wurden wieder zurückgedrängt. Das britische Außenministerium teilte in London mit, an dem Gebäude seien keine Schäden entstanden. Ein Sprecherin sagte, die Arbeit der Diplomaten in der Botschaft verlaufe ungestört.

Hintergrund der Unruhen ist der Konflikt um 15 britische Marinesoldaten. Die 15 Briten - darunter eine Frau - waren am 23. März im Mündungsgebiet des Flusses Schatt el Arab festgenommen worden. Der Iran wirft ihnen vor, in sein Hoheitsgebiet eingedrungen zu sein. Nach Darstellung Londons befanden sich die Soldaten jedoch in irakischen Gewässern.

Großbritannien war in dem Konflikt am Wochenende um Schadensbegrenzung bemüht. Außenministerin Margaret Beckett bekräftigte die Bereitschaft zum Dialog, sprach allerdings nicht die von Teheran geforderte Entschuldigung aus. Ein Krisenstab beriet in London über den Stand der Entwicklungen, wie am Sonntag aus Regierungskreisen verlautete. Berichte, wonach ein ranghoher Marineoffizier zu Vermittlungen in den Iran geschickt werde, wurden vorerst nicht bestätigt.

Fotostrecke: Briten im Iran gefangen

In ihrem Vorgehen hat die britische Regierung offenbar die Unterstützung der Bevölkerung. Eine Umfrage für den Londoner „Sunday Telegraph“ ergab, dass die britische Bevölkerung eine Militäraktion zur Befreiung der Soldaten mit großer Mehrheit ablehnt. Demnach sprachen sich nur sieben Prozent für baldige Vorbereitungen zu einem militärischen Einsatz aus. Auf die Frage, ob Gewalt als letztes Mittel angewandt werden sollte, antworteten 48 Prozent mit Nein und 44 Prozent mit Ja. Rund zwei Drittel der 762 Befragten zeigten sich zuversichtlich, dass die Krise auf diplomatischem Wege gelöst werden könne.

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