Steinmeier nach Afghanistan gereist
Mehr als 70 Taliban-Kämpfer getötet

Vor dem Besuch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Afghanistan sind bei schweren Kämpfen im Süden des Landes Dutzende Taliban-Kämpfer getötet worden. Bei allen Schwierigkeiten dürften aber auch nicht die Fortschritte übersehen werden, erklärte Steinmeier vor seiner Reise.

HB KANDAHAR. Bei erneuten Kämpfen zwischen Aufständischen und von der Nato unterstützten Sicherheitskräften sind nach offiziellen Angaben mehr als 70 Taliban-Kämpfer getötet worden. Der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF in Südafghanistan, Quentin Innis, sagte, die ISAF habe Kampfhubschrauber und Bodentruppen zur Verstärkung der afghanischen Kräfte eingesetzt. ISAF-Soldaten seien nicht getötet worden.

Bei den heftigen Gefechten in der südlichen Provinz Kandahar kamen in der Nacht auf Sonntag zudem vier afghanische Polizisten ums Leben, wie ein örtlicher Polizeichef der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Zu den Kämpfen sei es gekommen, nachdem hunderte von Taliban-Anhängern am Samstagabend die Gebäude der örtlichen Bezirksregierung angegriffen hätten. An den mehrstündigen Gefechten waren neben afghanischen Sicherheitskräften auch Nato-Soldaten beteiligt.

Unterdessen brach Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Sonntagmorgen nach Kabul auf. Er will sich bei einem dreitägigen Besuch in Afghanistan ein Bild von der labilen Sicherheitslage am Hindukusch machen. Der Besuch war nach Angaben des Auswärtigen Amtes zwar schon seit längerem geplant, wegen Sicherheitsbedenken wurden die Reisepläne aber erst kurz vor dem Abflug bekannt gegeben. Steinmeier werde mit afghanischen und internationalen Partnern über den Stand des Wiederaufbaus und über den Reformprozess beraten, sagte eine Ministeriumssprecherin. In der Hauptstadt Kabul werde er auch Gespräche mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai führen. Steinmeier werde außerdem die Nordregionen besuchen. Dort ist die Bundeswehr im Einsatz. Vor seiner Abreise äußerte sich der SPD-Politiker besorgt über die Gefährdungslage im Land.

In einem Zeitungsinterview äußerte er sich zuvor kritisch über die Entwicklung vor Ort. Das „geschundene Land“ bleibe aber ein Schwerpunkt der deutschen Außenpolitik, sagte Steinmeier der Zeitung „Bild am Sonntag“.

In den vergangenen Monaten ist die Gewalt in Afghanistan so heftig gewesen wie seit dem Sturz der Taliban 2001 nicht mehr. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 1800 Menschen getötet, darunter 92 ausländische Soldaten. Ein Großteil der Gewalttaten ereignete sich im Süden des Landes, wo das Sicherheitsbündnis Nato im Juli die militärische Verantwortung von der US-geführten Koalition übernommen hat. Die Bundeswehr ist überwiegend im Norden präsent und hilft dort beim Wiederaufbau des Landes.

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