Stellenabbau: Griechen einigen sich auf neue Sparvorschläge

Stellenabbau
Griechen einigen sich auf neue Sparvorschläge

Athen wartet auf neue Hilfszahlungen der internationalen Geldgeber. Dafür müssen die Griechen jedoch weiter sparen. Jetzt will die Regierung 4.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen.
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AthenDie Regierungskoalition in Griechenland hat sich auf neue Sparvorschläge geeinigt. Dies teilte der sozialistische Parteichef Evangelos Venizelos am Samstagabend nach fast vierstündigen Beratungen der Koalitionspartner in Athen mit. Worin genau die Einigung bestehe, sagte er nicht. Nach Medienberichten will die Regierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras den internationalen Geldgebern anbieten, bis Ende des Jahres im öffentlichen Dienst 4.000 Stellen zu streichen.

Venizelos sagte, er sei zuversichtlich, dass die Troika dem Vorschlag bis Sonntagabend zustimme. Das hoch verschuldete Griechenland wartet auf die Freigabe der nächsten Hilfstranche durch die Vertreter der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die internationalen Geldgeber fordern von der Regierung in Athen massive Einsparungen im öffentlichen Dienst.

Griechenland kann Kreisen zufolge bald mit der nächsten Hilfstranche der internationalen Geldgeber von zehn Milliarden Euro rechnen. Die Troika habe die erste Prüfung der Reformbemühungen des Landes seit der letzten Zahlung im Dezember beendet, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Samstag. Vize-Finanzminister Christos Staikouras sagte, er erwarte, dass die letzten Details mit der Troika bis Montagabend geklärt seien. Die Euro-Finanzminister und der IWF würden über die Ergebnisse dann im Mai beraten. Erst danach würde das Geld auch fließen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • 4.000 Stellen? Soll wohl ein Witz sein. Wie wäre es mit der Abschaffung von jeglicher Abfindung im öffentlichen Dienst? Wieso wird u.a. die Pension der Militärs immer noch aus dem nächsthöheren - wohlbemerkt damit nicht einen einzigen Tag gedienten - Rang berechnet? Damit diese danach genauso viel wie vorher bekommen. Very funny. Steuerhoheit gegenüber Selbstständigen gilt es als allererstes Gebot überfällig durchzusetzen. Der Staat mag arm sein, der Bürger ist es nicht. Das Bild der plötzlich völlig "verarmten" Griechen stimmt nicht.

  • GR hätte nur die Militärausgaben reduzieren und die Renten im Öffentlichen Dienst auf max. 15.000 € im Jahr deckeln sollen. Zusammen mit einer Vermögensabgabe mit hohen Freibeträgen und einer besseren Steuererhebung bei "Besserverdienenden" wäre der Staatshaushalt saniert worden, ohne die ganze Wirtschaft in eine Deflation zu stürzen.

  • Wenn man ein Schulden hat, egal ob Staat - Firma - oder Privatperson, und nur durch Reduzierung der Ausgaben versucht wieder sein Guthaben ins Plus zu bekommen, dabei aber vergisst dass die Einnahmenseite zumindest gleich bleiben oder mehr werden sollte, dann funtioniert der Sparplan nicht. Und genau dies passiert in GR. Die Ausgaben wurden reduziert, aber gleichzeitig fielen auch die Staatseinnahmen. Also unterm Strich ist die Lage schlechter als vorher.

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