Stellungnahme im Internet
El Kaida rechtfertigt nach Protestwelle den Bombenterror

Angesichts der Proteste der jordanischen Bevölkerung hat die Terrororganisation El Kaida im Irak eine zweite Erklärung zu den Bombenanschlägen von Amman veröffentlicht.

Al Kaida veröffentlicht zweite Erklärung

HB KAIRO. Al Kaida wolle Muslimen einen Teil der Gründe erklären, „warum heilige Krieger diese Höhlen angriffen“, hieß es in der Stellungnahme, die am Donnerstagabend im Internet erschien. Die Organisation habe erst zugeschlagen, als sie sicher gewesen sei, dass die Hotels Zentren des Kriegs gegen den Islam seien.

Die Hotels unterstützten die Präsenz „der Kreuzfahrer“ im Irak und auf der arabischen Halbinsel und der Juden im Land Palästina, hieß es in der Erklärung. In ihnen seien Geheimdienstorgane der Amerikaner, Israelis und einiger westlicher Staaten „in unsichtbaren Schlachten im so genannten Kampf gegen den Terrorismus“ tätig gewesen. Auch die NATO habe die drei Hotels genutzt. Für die Zukunft kündigte El Kaida im Irak Anschläge mit noch katastrophaleren Folgen an. Die Organisation werde nicht zögern, Orte anzugreifen, an denen sich westliche Ausländer und Israelis aufhielten. Die meisten der Toten bei den Anschlägen waren Araber.

Nach den blutigen Bombenanschlägen auf drei Luxushotels in Amman hatten am Donnerstag Zehntausende Jordanier gegen den Terror und für König Abdullah II. demonstriert. Nach Berichten des britischen Fernsehsenders BBC riefen die Demonstranten in Amman: „Verbrenne in der Hölle, Abu Mussab al-Sarkawi!“ Sarkawis El-Kaida-Organisation im Irak hatte sich zu den Selbstmordanschlägen bekannt, bei denen am Mittwochabend mindestens 56 Menschen getötet wurden. 33 Opfer waren nach offiziellen Angaben Jordanier, darunter Gäste einer Hochzeitsgesellschaft. Auch vier deutsche Urlauber wurden leicht verletzt.

Trauernde Jordanier entzündeten am Abend in Amman Kerzen im Gedenken an die Opfer. Die Regierung hatte den Donnerstag zum nationalen Trauertag erklärt. König Abdullah sagte in einer Fernsehansprache: „Wir werden sie (die Täter) jagen, sie aus ihren Löchern holen und sie vor Gericht stellen.“ Mit ernster Stimme fügte der König hinzu: „Wir werden uns nicht erpressen lassen und wir haben keine Angst.“ Abdullah, der enge Beziehungen zum Westen und zum Nachbarland Israel unterhält, ist ein wichtiger Verbündeter der USA.

Der Anschlag war am Donnerstag weltweit verurteilt worden, so vom Weltsicherheitsrat, von Papst Benedikt XVI. sowie zahlreichen Ländern, darunter Deutschland. US-Präsident George W. Bush trug sich in der jordanischen Botschaft in Washington in ein Kondolenzbuch ein. Anschließend sprach er dem jordanischen Volk und den trauernden Familien erneut sein Beileid aus und verurteilte die Anschläge als abscheuliche Tat herzloser Mörder. Die Anschläge hätten erneut gezeigt: „Diese Terroristen müssen besiegt werden.“

Der Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums, Lawrence DiRita, sagte, es sei noch zu früh zu sagen, ob tatsächlich Abu Mussab al-Sarkawi hinter den Anschlägen stecke. Man wisse aber, dass Sarkawi ein Jordanier sei, und die Kommunikation oder versuchte Kommunikation zwischen ihm und El-Kaida-Vize Eiman al-Sawahiri deute „auf ein Interesse hin, den Irak für solche Anschläge zu nutzen“.

UN-Generalsekretär Kofi Annan, der einen für Donnerstag geplanten Besuch in Amman wegen der Anschläge verschoben hatte, will die Visite an diesem Freitag nachholen. Das berichtete die jordanische Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf Regierungsangaben. Als ein Zeichen der Solidarität mit Jordanien kündigten mehrere jordanische und arabische Unternehmer eine Pressekonferenz für Freitag im Hotel Radisson SAS an, das Ziel eines der Anschläge war.

Unter den Todesopfern war auch Moustapha Akkad, der in Syrien geborene Regisseur der „Halloween“-Filme. Der 74-Jährige erlag am Freitag seinen schweren Verletzungen, die er bei den Anschlägen erlitten hatte, wie ein Krankenhaus erklärte. Auch seine Tochter Rima Akkad Monla wurde getötet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%