"Stern"-Reporter doch nicht verschleppt
Verwirrung um Journalisten-Entführung

Verwirrung um den in Afghanistan entführten Journalisten: Nachdem zunächst angenommen wurde, dass es sich bei der Geisel um den "Stern"-Reporter Christoph Reuter handelte, zeichnet sich nun eine ganz andere Entwicklung ab. Dem Magazin zufolge ist Reuter nicht das Opfer. Neuesten Angaben zufolge war der Verschleppte auch gar kein Deutscher.

HB BERLIN/KABUL. Ein dänischer Journalist afghanischer Abstammung, der im Osten Afghanistans von Rebellen kurzzeitig festgehalten wurde, ist nach Angaben des Kopenhagener Außenministeriums allerdings auch schon wieder frei und wohlauf.

Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemühte sich derweil weiter um die Freilassung des am vergangenen Mittwoch entführten deutschen Bauingenieurs. Der Leichnam seines während der Geiselhaft gestorbenen Kollegen ist inzwischen in Deutschland. Er wurde an Bord einer Bundeswehrmaschine transportiert, die am Abend auf dem Flughafen Köln-Bonn landete. Die Leiche des 44-jährigen Deutschen soll an diesem Donnerstag in Köln obduziert werden.

Fast eine Woche nach der Verschleppung von 23 Südkoreanern in Afghanistan war die Lage am Mittwoch weiterhin undurchsichtig. Nach Angaben afghanischer Behörden wurde die Leiche einer der Geiseln im Bezirk Kara Bagh gefunden. Laut Medienberichten sollen aus der Gruppe der 23 Südkoreaner, die am Donnerstag vergangener Woche verschleppt wurden, acht wieder frei sein.

Eine Sprecherin des „Sterns“ teilte in Hamburg mit, die Redaktion habe per SMS Kontakt mit Reuter. Demnach befand er sich auf einer privaten Reise durch Afghanistan, auf der er aber zeitweise nicht erreichbar war. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte mit Blick auf den kurzzeitigen Entführungsfall: „Es handelt sich nicht um den Journalisten Christoph Reuter.“ Der Gouverneur der ostafghanischen Unruhe-Provinz Kunar, Shalezai Dedar, hatte dagegen zunächst von einer deutschen Geisel gesprochen.

Der Deutschen Presse-Agentur dpa teilte Dedar mit, ein Dorfbewohner habe berichtet, der Reporter und sein Übersetzer seien im Ort Sangar im Distrikt Watapur zum Übernachten in ein Privathaus eingeladen worden. Gegen 01.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch hätten Rebellen die beiden nach Aussage des Augenzeugen verschleppt. Sicherheitskräfte seien in die abgelegene Gegend entsandt worden, um die Lage zu sondieren. AA-Sprecher Martin Jäger sprach von „überraschenden, teils beunruhigenden, auf jeden Fall aber unübersichtlichen Nachrichten aus Afghanistan“.

Seite 1:

Verwirrung um Journalisten-Entführung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%