Steuerflucht
Britische Steueroasen geben Bankdaten preis

Britische Überseegebiete beteiligen sich stärker am europäischen Kampf gegen Steuerbetrüger. Details zu verdächtigen Konten sollen künftig weitergegeben werden. Doch der Kampf ist nicht am Ende.
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LondonSteuerparadiese wie die Kaimaninsel oder die Bermudas wollen künftig zur Vermeidung von Steuerflucht enger mit Großbritannien und anderen EU-Ländern zusammenarbeiten. Dies kündigte der britische Finanzminister George Osborne am Donnerstag an.

Britische Überseegebiete, zu denen unter anderem die Kaimaninseln sowie die Bermudas zählen, müssen künftig automatisch Details zu den Inhabern von Bankkoten sowie zum Umgang damit bereitstellen, erklärte das britische Finanzministerium.

Die Informationen sollen auch Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zugänglich gemacht werden. Die Länder hatten sich vergangenen Juni darauf verständigt, im Kampf gegen Steuerhinterziehung enger zusammenzuarbeiten.

Der Kampf gegen Steuerflucht ist ein wichtiges Thema innerhalb der EU. Zuletzt hatte sich Luxemburg bereiterklärt, künftig Informationen über Bankkonten von Ausländern an die EU zu liefern.

Dem verschließt sich innerhalb der EU bislang nur noch Österreich. Großbritannien war zuletzt insbesondere von Österreich wegen der Steueroasen in den britischen Überseegebieten kritisiert worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Steuerflucht: Britische Steueroasen geben Bankdaten preis"

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  • Leise, still und heimlich hat das Finanzministerium bereits 2009 verfügt, dass bei der Berechnung der Abgeltungssteuer ausländische Quellensteuer dann nicht mehr berücksichtigt wird, wenn sich der Sparer - und sei es auch nur theoretisch - die bezahlte Quellensteuer im Ausland zurückholen könnte. Was aufgrund der dann fälligen Gebühren für Otto Normalverbraucher unwirtschaftlich ist, so dass fast 50% Steuern auf Dividende entfallen. Der deutsche Fiskus streicht Abgeltungssteuer ein auf Beträge, die der kleine Anleger nie gesehen hat! Ob das den europäischen Verträgen entspricht? Auch so kann man die Globalisierung einfangen. Der gläserne Bürger wird benötigt, damit man am Tage X eine kräftige Vermögenssteuer (natürlich nicht auf Pensionsansprüche der Politiker!) einführen kann. Nur ein vom Staat abhängiger Bürger ist ein guter Bürger.

  • Hallo Herr Vester, ich sehe das ähnlich wie Sie. Es geht nur vordergründig um die Aufdeckung von internationalem Steuerbetrug, das liesse sich in der Tat auch anders verhindern. Es geht um den komplett transparenten Untertan. Alles was er besitzt, alles was er tut, seine privaten und beruflichen Netzwerke, mit wem er spricht, telefoniert, mailt, welche Seiten er im Internet besucht, wohin er fliegt, wofür er seinen verbrauchten Strom nutzt, das alles ist von Interesse. Ziel ist die komplette Steuerbarkeit, Abhängigkeit und Entmündigung. Zudem schafft man damit die Grundlage, um ihn zu gegebener Zeit zu enteignen, zu gängeln, am Wegzug zu hindern, ihn sozial zu isolieren, wenn er nicht gefügig genug ist. Die aktuelle Steuerhinterzieher-Kampagne wird nicht die letzte sein. Die nächsten Kapitel deuten sich schon an. Ist nicht auch der Besitz von größeren Mengen Bargeld oder Edelmetalen asozial? Ist es nicht unsolidarisch, wenn Vermögende das Land/die EU verlassen können und dabei ihr Geld einfach mitnehmen? Müssen Deutsche nicht eigentlich mit ihrem Welteinkommen besteuern, auch wenn sie nicht mehr in Deutschland wohnen, so wie es die USA tun? Sollte man Republikflucht nicht sowieso wieder unter Strafe stellen und einen Antiglobalisierungs Schutzwall errichten ? Mal sehen wie es weitergeht.

  • Hier scheinen die staatlchen Verwaltungen es endlich zu schaffen, den transparenten Bürger hinzubekommen,
    in dem sie mit dem Mantel des "Steuerbetrugs der Reichen" eine breite Mehrheit hinter ihr Vorhaben bekommen.
    Warum geben sih die Staaten nicht mit einer Besteuerung an der Quelle zufrieden? Weil sie den vollkommen transparenten Bürger wollen.
    Ich habe 1987 noch erheblichen Widerstand gegen die Volkszählung geleistet, die im Gegensatz zur heute geforderten finanziellen Transparenz nur unwichtige Details wissen wollte.

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