Steuerflüchtlinge
Schweiz legt im Streit mit Paris nach

Die Schweiz hat die Ratifizierung des neuen Doppelbesteuerungsabkommens mit Frankreich bis auf weiteres suspendiert, teilte gestern die Schweizer Regierung mit. Damit protestiert Bern dagegen, dass Frankreich gestohlene Daten der Bank HSBC Private Banking für Ermittlungen gegen französische Steuerflüchtlinge einsetzt.
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ALI PARIS. Vertreter des französischen Finanzministeriums wollten das nicht kommentieren. Ein ehemaliger Mitarbeiter der IT-Abteilung von HSBC in Genf hatte der französischen Justiz eine Liste mit Konteninhabern der HSBC in der Schweiz übergeben. Er war nach Frankreich geflohen, die Schweiz verlangt nun seine Auslieferung.

Laut HSBC betreffen die gestohlenen Daten rund zehn Personen. Dagegen spricht die Staatsanwaltschaft in Marseille von 130 000 Personen. Die Justiz hat die Liste an die französischen Steuerbehörden weitergereicht. Budget-Minister Eric Woerth gab zu, dass die gestohlenen Daten eine der Quellen sei, mit deren Hilfe die Steuerbehörden eine Liste mit 3 000 französischen Steuerbürgern erstellt haben, die über ein Konto in der Schweiz verfügen, und dies vermutlich dem Fiskus verschwiegen haben.

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