Diskussion: Kommentare zu: Transaktionssteuer weniger schädlich als angenommen

Oliver Stock, Chefredakteur Online

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Gerne kritisch. Gerne auf den Punkt - von mir aus kurz und schmerzhaft. Auch Lob würden wir annehmen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich.

Ihr
Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online

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  • 22.01.2012, 12:23 UhrAnonymer Benutzer: Mazi

    Wichtiger als die Aussage ob sie schädlich ist, ist die Frage was sie bringen soll. Hier sind eindeutige Messkriterien festzulegen und eine Überprüfung vorzunehmen.

    Es ist absolut unsozial Kleinanleger zur Kasse zu bitten und die Verursacher entkommen zu lassen.

    Bedenken wir das Griechenlands Beitrittsunterlagen zum Euro in der EU Commission ungeprüft blieben und das ganze Desaster dort ausgelöst wurde.

    Es ist ungeheuerlich, wenn die EU Commission sich zu Wort meldet. Gemäß dem Verursacherprinzip sind hier die Beiträge zu erheben und ggfs. die Strafverfolgung im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit einzuleiten. Das Unwesen darf nicht extrapoliert werden.

    • 22.01.2012, 12:56 UhrAnonymer Benutzer: vandale

      Alle Steuern werden letztlich vom Verbraucher, oder Arbeitnehmer getragen. Eine "Transaktionssteuer" wird von den bösen "Bonusbänkern" genauso weitergegeben wie die Mineralölsteuer von den "bösen Oelkonzernen", eine Brennelementsteuer (vor Gericht wohl gescheitert) von den Atomkonzernen, oder die Gewerbesteuer von den Einzelhändlern ihrer Stadt.

      Die bösen Turbokapitalisten haben nirgends ein Budget in der Kostenkalkulation das von ausserhalb gespeist wird um Deutsche Sozialpolitiker und luxuriöse Sozialleistungen zu bezahlen.

      Offensichtlich schaffen es die weisen, sozialistischen Politiker Deutschlands den Menschen 2/3 des Einkommens aus der Tasche zu ziehen und gem. ihrer Weisheit umzuverteilen ohne dass dies irgendjemanden erregt.

      Vandale

    • 22.01.2012, 13:25 Uhrmissionpossible

      Die Umverteilung ist so lange notwendig wie die Umverteilung eben noteendig ist, wenn Sie verstehen was ich meine. Ich glaube aber nicht.
      Leider funktioniert die Umverteilung nicht richtig: die Zunahme der Vermögen der Supperreichen zeigen es. Regelmäßig kommen in DE ein paar Millardäre hinzu, In DEUTSCHLAND !! dem angeblichen Paradies für Sozialisten. LOL.

    • 22.01.2012, 14:53 UhrAnonymer Benutzer: otto936

      Komisch gell ?
      Vielleicht liegt es daran, daß die dummen Deutschen in ihrer Mehrheit die "üppigen Sozialleistungen" als gar nicht so üppig einschätzen. Und daß "Sozialismus" heute nur noch in den Köpfen von Menschen die das Wörtchen "Solidarität" noch nie in ihrem jämmerlichen Leben gehört haben, einen abschreckenden Klang hat. Aber zum Glück werden wir ja von hardcore Sozialisten wie Merkel oder Schäuble regiert - da kann nichts mehr schiefgehen. Nur noch für EINE Klasse von Mitbürgern. Sie wissen wen ich meine - sie gehören selbst dazu.

    • 22.01.2012, 19:25 UhrAnonymer Benutzer: Stopp_dem_Steuerstaat

      @otto: Angesichts von 1200 Milliarden Euro, die der Deutsche Staat seinen Bürgern jedes Jahr aus der Tasche zieht, kann man wohl kaum von mangelnder "Solidarität" sprechen.

    • 22.01.2012, 13:50 UhrAnonymer Benutzer: Profit

      Es ist schon ungeheuerlich, wenn die EU-Kommission sagt, daß das Wirtschaftswachstum "lediglich" um ein Prozent in Europa sinken wird, sollte die Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. Und das in einer Zeit, in der jeder Staat um jedes Prozent Wachstum kämpft! Aber die Aussage der EU-Kommission trifft letztlich gar nicht den Punkt: Die Wachstumsrückgänge werden an wichtigen Börsenplätzen (Frankfurt, Paris, Mailand) viel größer ausfallen und London wird neues Wachstumspotential hinzugewinnen. Groß-Britannien bleibt dem Euro fern, unterstützt nicht den Fiskalpakt und erhält neues gigantisches Finanzvermögen als Verwalter für die "City"! Das nenne ich clevere Politik! Bravo Cameron.

      Viele verstehen auch den Kosteneffekt nicht: Ein "Trade" kostet beim Börsenanbieter (z.B. Dt. Börse AG) ca. 0,05% des Volumens. Eine Steuer von mindestens 0,1 % vervielfacht also die Kosten. Auf den Privatanleger kommt es gar nicht an. Die kleine Zahl führt letztlich den Laien in die Irre. Eine derartige Steuer hat gewaltige Ausmaße und wird dazu führen, daß Kontinental-Europa von den Finanzströmen abgekoppelt wird. Und das alles nur, damit die EU-Bürokraten ihre eigene Einnahmequelle zum Verschwenden haben. Eine wirklich selten dämliche Idee, diese Finanztransaktionssteuer. Aber Hauptsache die Sozis in Europa können wieder etwas von "sozialer Gerechtigkeit" faseln. Es geht nur um Politikergehalt und Bürokratie, und sonst nix. Zum Schaden der Volkswirtschaften. London, New York und HongKong freuen sich schon jetzt!

    • 22.01.2012, 19:54 UhrAnonymer Benutzer: Koboldo

      @profit, vielleicht ist es mit Ihrem Gedächtnis genauso bestellt, wie mit Ihren Rechenkünsten... Woher nehmen Sie das Potenzierungspotential bei einer Transaktionssteuer von 0,1%? Der Staat hat in den 80-er Jahren von der Erhebung der Börsenumsatzsteuer wegen des Geschreies der Banken, die von unnötigen Kosten, Behinderung und Wettbewerbsverzerrung redeten, abgesehen. Dadurch hat der Staat auf viele Milliarden Steuereinnahmen verzichtet. Statt den Erwerb von Wertpapieren zu erleichtern haben die Banken ihre Gebühren genau um diese BöUSt erhöht. Von der Sorte an Steuererleichterungen gibt es noch etliche Beispiele, die alle Eines gemeinsam haben: die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer! Dabei erhält zur selben Zeit die deutsche Wirtschaft Subventionen in noch nie dagewesenem Ausmaß. Es ist ein Skandal, wie weit sich unsere heutigen Politiker vom Gedanken der sozialen Marktwirtschaft unserer Gründerväter des Nachkriegsdeutschlands entfernt haben. Das Gebaren des Herrn Wulff mag symptomatisch für das Verhalten der heutigen Politikerkaste sein, die zudem zu feige ist, dem unsinnigen Subventionsgebaren Brüssels endlich Einhalt zu gebieten!

    • 22.01.2012, 20:19 UhrAnonymer Benutzer: Stopp_dem_Steuerstaat

      @Koboldo: Das Gedächtnis scheint eher bei Ihnen schwach ausgeprägt zu sein: Erstens: Die Börsenumsatzsteuer wurde nur auf BÖRSEN-Umsätze erhoben. Demzufolge waren auch die Börsen in den 70er Jahren so gut wie tot. Zweitens: Wie kommen Sie auf "Milliarden", die durch die Abschaffung der BöUSt entgangen wären? Es waren gerade einmal 422 Mio., oder 0,15% des gesamten Steueraufkommens. Aber Hauptsache einfach mal eine Zahl in den Raum gestellt, nicht wahr? Drittens: Die Behauptung, die Banken hätten die Gebühren erhöht, darf man getrost in das Reich der Märchen verweisen, aber nicht einmal ein gutes Märchen. Tatsächlich haben die Banken mit dem Aufkommen der Direktbanken die Gebühren in den 90er Jahren massiv gesenkt, indem Sie die damit verbundenen Kostenvorteile an die Kunden weitergegeben haben. Wettbewerb ist eben etwas wunderbares!

    • 23.01.2012, 02:35 UhrAnonymer Benutzer: Koboldo

      Es tut mir leid, ich weiß nicht, woher Sie Ihre Zahlen haben: die BöUSt brachte im Jahr 2 Milliarden DM! Sie wurde Ende der 80-er Jahre abgeschafft, was hat das also bitte mit nicht laufenden Börsen der 70-er Jahre zu tun, vor allem bleibt fraglich, ob die BöUSt seinerzeit tatsächlich den WP-Handel beeinträchtigte. Abgesehen davon ist auch heute der Anteil an privatem Aktienbesitz eher wieder rückläufig. Tatsache ist auch, dass die weggefallene BöUSt anfangs komplett von den Banken eingeheimst wurde. Dass die Banken später von ihren unverschämten Gebühren dank der Direktbanken wieder Abstand nehmen mussten, macht das Verhalten der Banken auch nicht unbedingt besser! Ihre Aussage, dass die BöUSt lediglich auf die an den Börsen gehandelten WP erhoben wurde, ist schlichtweg falsch. Sie wurde auch auf außerbörslich veräußerte Geschäftsanteile erhoben. Sie scheinen in diesem Punkt wohl nicht ganz im Bilde zu sein. Dass die BöUSt in Relation zum Gesamtsteueraufkommen lediglich marginal war, ist richtig. Wie die Transaktionssteuer ausgestaltet werden soll und zu welchen Steuereinnahmen sie führen wird, ist ja noch nicht abschließend geklärt, hinsichtlich Sinn und Zweck hat sie aber ihre Daseinsberechtigung!

    • 23.01.2012, 03:37 UhrWolfgangPress

      @Kobold.
      Na, auch Ihr Gedächtnis scheint Lücken zu haben. Als es noch die Börsenumsatzsteuer gab, da ging der Wertpapierkäufer oder Verkäufer zu seiner Bank und gab den Auftrag. Das ist nun aber nicht mehr so. Das Stichwort heisst Internet. Mit ein paar Mausklicks ist eine Order erteilt. Die kann in Frankfurt landen oder aber in NY, London oder Singapore. Das war damals nicht möglich.

      Die Argumentation der Neosozialisten um Merkel, Schäuble und die den Bonzai Napoleos ist dumm. Von den Neokommunisten Lafontaine &Co. will ich erst garnicht sprechen. Diese Typen wollen dem Volk vorgaukeln, dass diese Steuer die "Reichen" und "Spekulanten" trifft.
      Die Finanzkrise hat doch die "Reichen" und nicht die "Armen" getroffen, oder wurde etwa den Hartz4ern die Leistungen gekürzt? Wenn, dann wurden eher die Rentner getroffen.
      Das was auch verschwiegen wurde und wird ist, dass der Grundstein für die Finanzkrise bereits zu Zeiten von Präsident Carter gelegt wurde. Das weiter auszuführen, das würde den Rahmen sprengen, würde aber Beweisen, dass einzig und allein an dieser Misere die Politik die Schuld trägt.

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