Steve Bannon Vertreter einer weißen Vorherrschaft sind „Clowns“

Für Trump Chefstratege Bannon wird die Luft zunehmend dünner. Nicht nur im Weißen Haus hagelte es Kritik. Nun bezeichnete er die Gewalttäter von Charlottesville als „Clowns“ - trotz eigner rechtsextremer Vergangenheit.
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Trumps Berater war früher Chef der ultrakonservativen Webseite Breitbart News, die seinerzeit auch rechtsextremen Positionen eine Plattform bot. Quelle: AP
Steve Bannon

Trumps Berater war früher Chef der ultrakonservativen Webseite Breitbart News, die seinerzeit auch rechtsextremen Positionen eine Plattform bot.

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Bridgewater Der Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat Vertreter einer weißen Vorherrschaft als Verlierer und „Ansammlung von Clowns“ bezeichnet. Bei ihnen handele es sich um ein „Randelement“, sagte er laut einem Online-Artikel des liberalen Mediums „American Prospect“ am Mittwoch. Er denke, die Medien spielten das Thema hoch, so Bannon. Seine eigene Verantwortung für Rechtsaußen-Bewegungen in den USA spielte er nach den Angaben des Magazins herunter. Bannon war früher Chef der ultrakonservativen Webseite Breitbart News, die seinerzeit auch rechtsextremen Positionen eine Plattform bot.

Mit Blick auf einen möglichen Handelskrieg zwischen den USA und China sagte Bannon, gegen die Volksrepublik müsse hart durchgegriffen werden. „Wir müssen uns mit aller Kraft darauf konzentrieren. (...) Wir sind fünf Jahre, maximal zehn Jahre von einem Wendepunkt entfernt, von dem wir uns nie wieder erholen werden.“

Diese Berater kehren Trump den Rücken
Kenneth Frazier
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Der Chef des amerikanischen Pharmakonzerns Merck & Co. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Firma Merck in Darmstadt) ist als Berater von Trump zurückgetreten. Der Afroamerikaner Frazier hatte seinen Rückzug via Twitter begründet: „Ich fühle mich verantwortlich, Stellung gegen Intoleranz und Extremismus zu beziehen.“ Trump reagierte beleidigt und attackierte den Merck-Chef und das Unternehmen auf Twitter scharf. Der Pharma-Manager habe nun mehr Zeit, die Wucherpreise für Medikamente zu senken.

Brian Krzanich
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Der CEO des Chipherstellers Intel begründete seinen Rückzug aus dem Gremium, das Trump in Industriefragen berät, auf Twitter: „Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washingtonmehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt.“

Kevin Plank
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Der Chef des Sportbekleidungsherstellers Under Armour teilte nach seinem Rückzug aus dem Beratergremium auf Twitter mit, dass er „sein Land und seine Firma liebe“ und sich nun ganz auf „die inspirierende und vereinende Kraft des Sports“ konzentrieren wolle.

Bob Iger
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Der Chef des uramerikanischen Unterhaltungskonzerns Walt Disney ist im vergangenen Juni als Trumps Berater zurückgetreten, weil er aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist.

Elon Musk
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Auch der Tesla-Chef ist bei Trump ausgestiegen, weil er mit der Klimapolitik des republikanischen Präsidenten alles andere als einverstanden ist. Für den Chef eines Unternehmens, das erfolgreich Elektroautos produziert, gehört sich das wohl auch. Musk zog sich damals sowohl aus dem „American Manufacturing Council“ als auch aus einem in allgemeinen Wirtschaftsfragen beratenden Gremium, dem „Business Advisory Council“, zurück.

Travis Kalanick
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Der ehemalige Chef des Fahrdienstes Uber verließ das Weiße Haus aus Protest bereits im Februar, noch bevor er als Chef des Fahrdienstes zurücktrat. Zur Begründung sagte Kalanick, seine Teilnahme sei falsch verstanden worden und nicht als Unterstützung von Präsident Trump oder seiner Agenda gemeint gewesen.

Richard Trumka
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Aus Verärgerung über den erneuten Rückfall Trumps in der Nacht auf Dienstag trat Gewerkschaftschef Richard Trumka kurz nach der Pressekonferenz des Präsidenten aus einem Beirat zurück. Trump hatte seine uneindeutige erste Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville vehement verteidigt und erneut beiden Seiten die Schuld gegeben. Er müsse „im Namen aller arbeitenden Amerikaner, die jeden Versuch der Legitimierung dieser bigotten Grupppen ablehnen“, zurücktreten, sagte der Chef der Gewerkschaft AFL-CIO.

Eine militärische Lösung im Konflikt mit Nordkorea schloss Bannon aus. „Bis jemand das Problem in der Gleichung löst, dass zehn Millionen Menschen in Seoul nicht in den ersten 30 Minuten (der Auseinandersetzung) durch konventionelle Waffen sterben, weiß ich nicht, worüber Sie reden.“ Es gäbe keine militärische Lösung.

US-Präsident Donald Trump steht unter erhöhtem Druck, seinen Chefstrategen zu entlassen, im Weißen Haus mehren sich Bannons Kritiker. Zudem gibt es schon länger Spekulationen darüber, er sei auch bei Trump in Ungunst gefallen. Trump ließ Bannons Zukunft am Dienstag offen: „Wir werden sehen, was mit Mr. Bannon passiert“, sagte er.

  • ap
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1 Kommentar zu "Steve Bannon: Vertreter einer weißen Vorherrschaft sind „Clowns“"

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  • Steve Bannon spielt für Trump eine ähnliche Rolle, wie der russische Neo-Faschist Alexander Dugin für Putin. Das sind extrem gefährliche, nationalsozialistische Ideologen. Erklärte Feinde der Demokratie.

    So langsam wird sonnenklar, wie die Truppe zusammenpasst. Bannon, Dugin, Trump, Putin.

    Alt-Right vom Schlimmsten.

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