Stichwahl in Brasilien Kandidatin der Regierungspartei klare Favoritin

Die Brasilianer haben am Sonntag über die Nachfolge des in der Bevölkerung beliebten Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva entschieden. Die Linkspolitikerin und Regierungskandidatin Dilma Rousseff konnte nach ersten Hochrechnungen die Stichwahl für sich entscheiden. Damit schreibt Rousseff Geschichte: Sie ist die erste Frau an der Spitze des größten lateinamerikanischen Landes.
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Favoritin: Dilma Rousseff will neue Präsidentin von Brasilien werden. Quelle: Reuters

Favoritin: Dilma Rousseff will neue Präsidentin von Brasilien werden.

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HB SAO PAULO. Dilma Rousseff hat nach ersten Hochrechnungen die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gewonnen. Auf die 62-jährige Regierungskandidatin entfielen nach Angaben des Meinungsforschungsinstitutes IPOPE am Sonntag 58 Prozent der Stimmen. Der Oppositionskandidat José Serra erreichte danach nur 42 Prozent. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gibt sein Amt am 1. Januar 2011 ab. Das offizielle Wahlergebnis wird in den nächsten Stunden erwartet.

Dilma Rousseff galt von Anfang an als klare Favoritin für die Nachfolge von Luiz Inácio Lula da Silva. In der ersten Wahlrunde am 3. Oktober auf 46,9 Prozent der Stimmen war sie auf gekommen. Die 62-jährige Kandidatin der regierenden Arbeiterpartei (PT) trat an gegen den Bewerber der Sozialdemokraten (PSDB), José Serra. Er hatte im ersten Wahlgang 32,6 Prozent erhalten. 2002 hatte der frühere Bürgermeister und Gouverneur von Sao Paulo die Wahl klar gegen Lula da Silva verloren.

Rousseff, für die Lula da Silva geworben hatte, wäre die erste Frau an der Spitze des südamerikanischen Staates. Laut Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Datafolha konnte sie mit 50 Prozent der Stimmen rechnen, Serra mit 40 Prozent. „Morgen beginnen wir mit einer neuen Phase der Demokratie“, zeigte sich Rousseff nach ihrer Stimmabgabe in Porto Alegre siegessicher.

Beim Verlassen des Wahllokals umringten sie Scharen von Journalisten und jubelnde Anhänger der regierenden Arbeiterpartei. Im Wahlkampf profitierte die ehemalige Widerstandskämpferin während der bis Mitte der 80er Jahre dauernde Militärdiktatur vor allem von der beispiellosen Popularität ihres politischen Ziehvaters Lula.

Kurz vor Öffnung der Wahllokale erklärte Rousseff bei einem Wahlkampfauftritt in Belo Horizonte, ihr politischer Mentor werde zwar nicht im Kabinett sitzen, sie werde aber weiter eine enge Beziehung zu ihm pflegen und seine Arbeit fortsetzen. „Niemand in diesem Land wird mich von Präsident Lula trennen.“

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