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Jemen: Erst seit 15 Jahren wiedervereinigt

Die Republik Jemen ist 1990 durch den Zusammenschluss des konservativ-islamischen Nord- mit dem sozialistischen Südjemen entstanden. Doch auch 15 Jahre nach der Wiedervereinigung prägt das gegenseitige Misstrauen der Führer aus beiden Landesteilen die Gesellschaft.

HB SANAA. Schon kurz nach der Vereinigung geriet das Land, das seit den 60er Jahren wegen eines Bürgerkrieges zwischen Republikanern und Royalisten gespalten war, in eine Staatskrise. Es kam zu einem neuen Bürgerkrieg, der 1994 mit einem Versöhnungsvertrag beendet wurde. Eine der Ursachen der Spannungen war die Furcht des Südens vor einer Unterdrückung durch den wirtschaftlich und militärisch überlegenen Norden.

Das zu Asien gehörende Land - mit knapp 528 000 Quadratkilometern fast so groß wie Frankreich - liegt am südwestlichen Zipfel der arabischen Halbinsel. Es ist vom afrikanischen Kontinent durch die vom Arabischen ins Rote Meer führende Meerenge am Golf von Aden nur wenige Kilometer entfernt. Der Jemen grenzt im Norden an Saudi- Arabien, im Osten an Oman, im Süden an den Golf von Aden und im Westen an das Rote Meer. Mit Ausnahme der Oasen ist die Vegetation artenarm. In den Wüstenregionen im Norden und Osten fällt kaum Regen.

Der Jemen hat etwa 19 Millionen Einwohner, die meisten von ihnen sind Analphabeten. Etwa 97 Prozent der Bevölkerung sind Araber. Die Hauptstadt ist Sanaa, die Amtssprache ist Arabisch. Fast die gesamte Bevölkerung bekennt sich zum Islam.

Die Wirtschaft basiert im Norden hauptsächlich auf der Ausfuhr von Erdöl und Baumwolle und im Süden auf Fischereiprodukten und Ölderivaten. Eine wichtige Einnahmequelle ist auch der Tourismus. Die meisten Menschen leben abseits der Städte in alten Stammesstrukturen. Islamische Fundamentalisten und regionale Stammes-Fürsten haben in der Vergangenheit wiederholt versucht, ihren jeweiligen Forderungen mit der Entführung vor allem von Touristen Nachdruck zu verleihen.

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