Stimmen aus dem Netz
„Das ist der Witz des Tages!“

Der Friedensnobelpreis für die EU – für die einen ein „schlechter Aprilscherz“, für die anderen eine verdiente Auszeichnung. Die Meinungen auf Facebook und Handelsblatt Online gehen auseinander.
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DüsseldorfAls um zehn Uhr die Meldung, dass die Europäische Union den Friedensnobelpreis gewonnen hat, das erste Mal über den Ticker lief, war das Staunen im Netz groß. Viele glaubten an einen Scherz. „Der Witz

des Tages!“, kommentierte Rafael Galaschnikov auf der Handelsblatt-Facebook-Fanpage. „Ist schon wieder April, oder was?“, wunderte sich auch Ulf Hanebuth und konstatierte: „Es wird immer abstruser!“

Auch Frank Martin äußerte sich ungläubig: „Hoffen wir auf eine Ente, die als Versuchsballon taugt!“

Andere kritisierten die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees. So kommentiert Gregor Grezel: „Ist das dämlich, nach der Panne mit Obama haben diese Leute offensichtlich nichts dazu gelernt.“ Sein Beitrag wurde mehrere Male geliket. „So kann man einen Preis auch entwerten“, merkt indes Maria-Christina Nimmerfroh trocken an.

Marco Kiemann meint: „Lächerlich. Ein Preis für ein gescheitertes Projekt!“ Emin Esberk bemerkt ironisch: „Nach der Komödie mit Herrn Obama  müsste dieses Jahr die griechische und die spanische Polizei den Preis bekommen. Wegen nicht zimperlicher Vorgehensweise gegen Demonstranten.“

Ebenso kritisch sehen viele Handelsblatt-Online-Nutzer die Auszeichnung: „Unfassbar! Obama letztes Jahr war ja schon ein Witz, aber dass der Preis jetzt an die EU gehen soll, übertrifft alles. Schande!“, schreibt MikeM.

Aber es gibt auch differenziertere Beiträge – wie beispielsweise den von smoebus: „Das Timing gibt dieser Preisverleihung die Gestalt einer Imagekampagne“, meint der Handelsblatt-Online-Nutzer. In Zeiten des zunehmenden Zweifels an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit und Überlebensfähigkeit müsse das Unternehmen EU eben über andere Dimensionen gerechtfertigt werden. „Für die Währungsunion gibt es sicherlich so schnell keinen Preis. Das Friedensnobelpreisgeld ist aber in diesen klammen Zeiten gut zu gebrauchen.“

Auch Radek setzt sich differenziert mit dem Thema auseinander: Der Euro habe schon mal einen Preis bekommen, „nämlich den Karls-Preis“, erinnert der Kommentator. Jetzt sei also die EU an der Reihe. Wer aber „Stabilisierungspreise“ benötige, um sich senkrecht zu halten, stehe wohl eher auf einem tönernen Podest. „Der Vorläufer der EU, die EWG ohne den Euro, wäre preiswürdig gewesen, die heutige Euro-beschwerte EU hat Spaltungen und Zukunftsängste in Europa mitverursacht, wie man sie nie für möglich gehalten hätte.“

In dieselbe Richtung tendiert Maxim Rott. Auf Facebook schreibt er, es sei jetzt wohl ein wenig zu spät für den Preis. „Vor paar Jahren/Jahrzehnten wäre es noch passend gewesen, aber jetzt bringt die EU wohl kaum noch Frieden.“

Martine Jahns hält dagegen: „Immerhin fast 70 Jahren Frieden. Ist doch was, oder?“ Auch für Johannes Hetzler ist „nachvollziehbar“, dass der Preis an die EU geht. Schließlich herrsche „der längste Friede, den Europa je gesehen hat“.

Nicht zuletzt fragt Twitter-Nutzer @booldog ironisch: „Was hätte die EU denn sonst bekommen sollen? Den Wirtschaftsnobelpreis?“

Was denken Sie über die Auszeichnung? Diskutieren Sie mit! Entweder direkt hier in der Handelsblatt-Online-Community oder auf Facebook und bei Twitter!

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Stimmen aus dem Netz: „Das ist der Witz des Tages!“"

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  • "Dass sich diese korrupte Struktur feister Abgeschobener nun mit den Nobelpreis schmückt, bleibt eine moralische Verballhornung ersten Ranges."
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    Was mich wundert, ist, daß der Bürger nicht via ÖRR-Propagandafunk aufgefordert wurde, auf die Straße zu gehen, EU-Fähnchen zu schwenken und politisch korrekt zu jubeln...


  • @ clausewitz

    Absolut zutreffend beschrieben. Diese ängstlich abwartend aufgestellten EU Gockels protzen mit Heldentaten, die ihnen nicht zukommen. Ein beherzter Zugriff nach den Ereignissen von Vukovar und vielen Menschen währe viel Leid erspart geblieben.

    Das EU Versagen setzt sich weiter fort.. siehe Euro-Krise.
    Dass sich diese korrupte Struktur feister Abgeschobener nun mit den Nobelpreis schmückt, bleibt eine moralische Verballhornung ersten Ranges.

    Es gilt eher Opfern und nunmehr Verarmten in Europa zu gedenken.

  • Bosnien, Kroatien und Serbien waren zutiefst wirtschaftlich miteinander verflochten und dennoch kam es zu Massenmord und Genozid. Die EU und UN sahen jahrelang tatenlos zu. Dann machte die NATO ohne explizites UN-Mandat dem Blutbad ein Ende. Europäische NATO-Kräfte bedurften der Unterstützung durch einen US Flugzeugträger und B-2 Bombern die nonstop aus Missouri einflogen. Die EU hat kläglich versagt jahrelangen Massenmord und Genozid vor ihrer Haustür zu beenden. Es bedurfte der NATO, insbesondere der der Streitkräfte der USA. Daher haben NATO und die Streitkräfte der USA den Friedensnobelpreis mehr verdient als die EU.

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