Stimmenfang in den USA
Es klopft, und Obama steht vor der Tür

Hillary Clinton und Barack Obama haben ihre Wahlkampfkassen prall gefüllt. Beide sind damit finanziell gut gerüstet für das demokratische Ticket für die US-Präsidentschaftswahl. Es müssen aber noch mehr Stimmen her. Und dafür bedienen sich beide nun einer ganz bestimmten Methode.

HB WASHINGTON. Die Bewohner der Stadt Des Moines staunen nicht schlecht, wenn es an der Haustür klopft und Barack Obama davor steht. „Ich bin völlig überrascht, dass er hier in der Siedlung auftaucht“, sagte Jody Degard nach dem Besuch Obamas. Sie finde das gut, dass ein Politiker so nahe Beziehungen suche. Jetzt könne sie es sich sogar vorstellen, an der Wählerversammlung im Januar teilzunehmen. Sie werde sich dabei entweder für Obama oder für Hillary Clinton entscheiden.

Drei Monate vor Beginn des Ausscheidungsrennens für den Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei steht Iowa im Blickpunkt der Bewerber. In diesem US-Staat finden am 14. Januar die ersten Wählerversammlungen (Caucuses) statt. In solchen Versammlungen sowie in den Vorwahlen (Primaries) werden die Delegierten für den Parteitag gewählt, der den Präsidentschaftskandidaten oder die -kandidatin für die Wahl am 4. November 2008 bestimmt.

Clinton war auch schon in Des Moines von Tür zu Tür unterwegs, und am Samstagabend kam es sogar zu einem Zusammentreffen der beiden Favoriten und einem weiteren Präsidentschaftsbewerber, Joe Biden. Alle drei sprachen auf einer Dinner-Veranstaltung der „Sisters on Target“, einer politischen Vereinigung von Frauen mit dunkler Hautfarbe. Clinton würdigte in ihrem Vortrag die Bedeutung von schwarzen Frauen in der Geschichte, und Obama schloss sich dieser Vorlesung nahtlos an: „Ihr seid Teil einer langen Tradition, weil Frauen wie ihr das Rückgrat der Bürgerrechtsbewegung in diesem Land gebildet haben.“ Biden lenkte dann den Blick auf die aktuelle Politik, auf den Irak-Krieg und die Gesundheitsversorgung.

Frauen und Minderheiten könnten den Ausschlag geben für die Entscheidung in der Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Dabei kann Obama nicht allein auf seine Perspektive bauen, der erste Präsident der USA mit dunkler Hautfarbe werden zu können. So sprach sich der „Black Wing“ der Demokratischen Partei in Alabama für die Wahl von Clinton aus.

Die New Yorker Senatorin Clinton, die in Meinungsumfragen klar führt, hat auch bei der Finanzierung ihrer Kampagne für die bevorstehenden Vorwahlen die Nase vorn: In ihrer Wahlkampfkasse waren Ende September 35 Millionen Dollar (24,6 Millionen Euro). Senator Obama aus Illinois, ihr Hauptrivale, kommt auf 32 Millionen Dollar.

Im Vergleich dazu nehmen sich die Wahlkampfspenden für die Kandidaten aus der Republikanischen Partei von Präsident George W. Bush geradezu bescheiden aus. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani hat für die Vorwahlen 11,6 Millionen Dollar auf dem Konto.

Mitt Romney, früherer Gouverneur von Massachusetts, trieb 9,8 Millionen Dollar an Spenden auf und liegt damit bei den Republikanern auf Platz zwei. Er steuerte aus seinem privaten Vermögen noch einmal 8,5 Millionen Dollar bei. Der Nachfolger von Präsident Bush wird im November 2008 gewählt.

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