Stimmt es, dass...
Wie teuer wird der EZB-Neubau wirklich?

Die neue Notenbankzentrale wird deutlich teurer als gedacht. Dennoch sind die Millionen gut investiert. Denn wenn die EZB selbst Geld ausgibt, braucht sich keiner zu verschulden - Unternehmen profitieren davon.
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FrankfurtStatt ursprünglich geplanten 850 Millionen Euro wird der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wahrscheinlich 1,2 Milliarden Euro kosten. Dieser Umstand, den die Notenbank bei ihrem Richtfest einräumen musste, ist ihr sichtlich peinlich. Immerhin drängt sie die Regierungen bei jeder Gelegenheit zur Sparsamkeit.

Und doch: Es ist gut für Frankfurt, für Deutschland und für Europa, dass die Notenbank bis zu 350 Millionen mehr für ihren Bau ausgeben muss. Es wäre noch besser, wenn er um eine volle Milliarde teurer würde.

Bevor Sie mich des Wahnsinns bezichtigen und entnervt aufhören zu lesen, lassen Sie mich kurz begründen.

Die EZB hat Probleme damit, genügend Geld in Umlauf zu bringen. Sie schüttet zwar die Banken mit Geld zu, aber die Kreditinstitute können das Geld nur in Umlauf bringen, wenn sie genug Haushalte, Unternehmen und Regierungen finden, die bereit und in der Lage sind, sich zu verschulden. Daran hapert es aber. Alle wollen wenn möglich von ihren Schuldenbergen runter, anstatt sich zusätzliche Schulden aufzuladen.

Da in unserem Geldsystem Geld vor allem entsteht, indem die Banken per Kredit Bankguthaben einräumen, steigt die Geldmenge nicht, wenn das Kreditvolumen nicht steigt. Und wenn alle sparen wollen, um sich zu entschulden, aber die verfügbare Geldmenge nicht steigt, fehlt das Geld für die Konsumnachfrage, und die Unternehmen können nicht genug absetzen.

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Frisches Geld ins System pumpen

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