Stimmung schon seit langem belastet
Kuba bricht Beziehung zu Panama ab

Zwischen Kuba und Panama herrscht Eiszeit. Das sozialistische Kuba hat die diplomatischen Beziehungen zu Panama abgebrochen. Grund ist die Begnadigung von vier Exilkubanern in Panama.

HB HAVANNA/PANAMA-STADT. Die Regierung in Havanna reagierte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen am Donnerstag auf die Begnadigung von vier Exilkubanern durch Panamas Präsidentin Mireya Moscoso. Die vier Männer waren im April dieses Jahres, knapp dreieinhalb Jahre nach ihrer Festnahme in Panama-Stadt, wegen eines geplanten Attentats auf Kubas Staatschef Fidel Castro zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden. Kuba hatte ihre Auslieferung beantragt.

Die Exilkubaner waren im November 2000 in Panama-Stadt festgenommen worden, als sich Castro dort wegen eines Iberoamerika- Gipfels aufhielt. Sie bestritten, dass sie nach Panama gereist seien, um Castro umzubringen. Ihre Verteidiger versicherten, dass der in ihrer Unterkunft in Panama-Stadt entdeckte Sprengstoff vom kubanischen Geheimdienst dort versteckt worden sei.

Unter den jetzt Freigelassenen, die Panama sofort verließen, ist auch der Exilkubaner Luis Posada Carriles (76), einer der ausdauerndsten Castro-Gegner. Er war schon 1961 bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht dabei. Gemeinsam mit dem Exilkubaner Orlando Bosch soll er außerdem eine Bombe platziert haben, die 1976 an Bord einer kubanischen Verkehrsmaschine kurz nach dem Start von der Karibikinsel Barbados explodierte.

Während seine drei Kameraden nach ihrer Ankunft in Miami (US-Staat Florida) am Donnerstagabend von den dortigen Exilkubanern als Helden gefeiert wurden, war der Aufenthaltsort von Posada unbekannt. In Panama kam es zu wütenden Protesten von Studenten gegen die Entscheidung Moscosos, deren Amtszeit am kommenden Mittwoch endet.

Die sich abzeichnende Begnadigung der vier Männer hatte die Beziehungen zwischen beiden Ländern schon seit zwei Wochen belastet. Moscoso hatte nach verbalen Angriffen Kubas den panamaischen Botschafter aus Havanna abgezogen und den kubanischen Botschafter des Landes verwiesen. Dagegen hatte Panamas Außenminister Harmodio Arias noch am Donnerstag unter Hinweise auf die engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Ländern bekräftigt, dass ein Abbruch der Beziehungen nicht im kubanischen Interesse wäre.

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