StingRay US-Polizei spioniert mit Geheimtechnik Handys aus

Mit der StingRay-Technologie können die Aufenthaltsorte von Verdächtigen über deren Handy ermittelt werden. Wie oft die Technik in den USA eingesetzt wird, ist geheim. Datenschützer warnen vor Grundrechtsverletzungen.
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US-Geheimdienste können Verdächtige mit einer neuen Technologie ausspionieren - über deren Handy. Quelle: Shell
Ausspionieren

US-Geheimdienste können Verdächtige mit einer neuen Technologie ausspionieren - über deren Handy.

New YorkDie Polizei in New York, Chicago, Las Vegas sowie an vielen anderen Orten in den USA setzt sie ein: eine geheime Technik, die eigentlich für das Militär entwickelt wurde und mit der über Handysignale der Aufenthaltsort mutmaßlicher Krimineller ermittelt werden kann.

Bürgerrechtler und Datenschützer sehen die Verbreitung der sogenannten StingRay-Geräte mit wachsender Besorgnis. Stingray heißt eigentlich Stechrochen, doch mit dem Fisch haben die Geräte wenig zu tun. Die Apparate in der Größe eines Koffers können vielmehr in einem bestimmten Umkreis die Daten von Mobiltelefonen abfangen, indem sie einen Handy-Funkmasten nachahmen.

Die Polizei kann so den Aufenthaltsort eines Telefons ermitteln, ohne dass der Benutzer telefoniert oder eine SMS schickt. Einige Versionen können sogar schon Texte und Anrufe abfangen oder sich Zugriff auf Informationen verschaffen, die auf dem Telefon abgespeichert sind.

Ein Teil des Problems aus Sicht von Datenschützern ist, dass die Geräte die Daten von jedermann sammeln können, der sich im Umkreis des Verdächtigen befindet. Und die Strafverfolgungsbehörden betreiben große Anstrengungen, die Nutzung geheim zu halten. In einigen Fällen bieten sie sogar Strafnachlass an, um keine Details über die StingRays veröffentlichen zu müssen.

„Wir können nicht einmal sagen, wie oft sie verwendet werden“, sagt der Anwalt Jerome Greco von der Legal Aid Society. Der Organisation gelang es kürzlich, dass Beweise, die mit einem solchen Gerät erlangt wurden, nicht in einem Mordprozess in New York zugelassen wurden. „Das macht das sehr schwierig.“

In 24 US-Staaten verwenden mindestens 72 Strafverfolgungsbehörden auf lokaler oder bundesstaatlicher Ebene die Geräte, dazu 13 Bundesbehörden. Doch weitere Details sind schwer zu erfahren, weil alle Institutionen, die StingRays nutzen, eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen müssen, die vom FBI kontrolliert wird. Eine FBI-Sprecherin erklärte, dabei gehe es darum, die Veröffentlichung sensibler Informationen der Strafverfolgungsbehörden zu verhindern.

In New York war die Nutzung der StingRay-Technologie der Öffentlichkeit bis zum vergangenen Jahr weitgehend unbekannt. Dann erzwang eine Bürgerrechtsbewegung die Veröffentlichung von Akten, aus denen hervorging, dass die Technologie seit dem Jahr 2008 mehr als 1000 mal verwendet wurde. So konnten Verdächtige bei Entführung, Vergewaltigungen, Raubüberfällen oder Mordfällen gefasst werden. Auch vermisste Personen wurden so wieder gefunden.

Datenschützer warnen vor Verletzung von Grundrechten
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  • Stingray iund ähnliche Technologien sind auf jedem US und Flughafen aktiv. Wer dazu noch das (freue oder bezahlte) WLAN ohne VPN nutzt , gibt seine Passworte für alle genutzten Services (facebook, Mail, etc) preis. Insofern fallen die paar fälle, in denen Stingray geziekt gegen bestimmte Personen eingesetzt wird, nichht wirklich ins Gewicht.

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