Stoltenberg in der Presse als „Eroberer“ gefeiert
Wahlsieger kündigt Politikwechsel in Norwegen an

Das rot-grüne Bündnis um den früheren norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg will nach seinem Wahlsieg einen Politikwechsel in dem ölreichen Land vollziehen.

HB OSLO. Stoltenberg, der mit dem Bündnis die amtierende Mitte-rechts-Regierung ablöst, kündigte am Dienstag an, die neue Regierung werde mehr Geld aus den Öleinnahmen des Landes in die Wohlfahrtssysteme fließen lassen. „Arbeitsplätze, Schulen und Pflege für die Älteren“, sagte der Chef der Arbeiterpartei auf die Frage nach den Prioritäten in der bevorstehenden Amtszeit.

Der Wahlsieg fiel am Ende doch noch überraschend für die Sozialdemokraten klar aus. Nach Auszählung von 98,3 % der Stimmen erreichten die Sozialdemokraten mit 32,8 % einen Zuwachs von 8,5 Prozentpunkten. Stoltenberg sagte dazu: „Es ist einfach fantastisch. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Seine Partei hatte bei den letzten Wahlen mit 24,3 % das schlechtes Ergebnis seit 1924 erzielt und liegt auch nach der jetzt erreichten Steigerung allerdings weiter unter den seit 1957 stets erreichten und fast immer klar übertroffenen 35 %.

Stoltenberg kündigte am Dienstag die sofortige Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit den Linkssozialisten und der Zentrumspartei an, mit denen seine Arbeiterpartei über 87 Mandate im neuen Storting verfügt. Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik (58), dessen Mitterechts-Lager nur noch 82 Sitze hat, wollte noch am Dienstag bei König Harald V. seinen Rücktritt einreichen. Er wird aber noch bis zum Ende der Parlamentsferien Mitte Oktober geschäftsführend der Regierung vorstehen.

Die Arbeiter-Partei ist für einen Beitritt zur Europäischen Union (EU). Stoltenberg stellte indes klar, dass das Thema nicht auf der Agenda stehe, solange die meisten Norweger die Pläne ablehnen. In der norwegischen Presse wurde der 46-Jährige nach seinem Wahlsieg als „Der Eroberer“ gefeiert.

Zur erstmals angestrebten Zusammenarbeit mit zwei anderen Parteien in einer Mehrheitsregierung meinte Stoltenberg: „Im Zentrum werden für uns die Schaffung von Jobs, Verbesserungen im Schulwesen und bei der Altenbetreuung stehen.“ Aus Berlin gratulierte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seinem Parteifreund per Telegramm zum Wahlsieg. Darin schrieb er unter anderem: „Ich bin mir sicher, dass wir die gute Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren fortführen werden.“

Seite 1:

Wahlsieger kündigt Politikwechsel in Norwegen an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%