Stopp des Gaza-Abzugs gefordert
Netanjahu setzt Scharon in eigener Partei unter Druck

Im Streit um den von Montag an geplanten Abzug aus dem Gazastreifen gerät der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon in seiner eigenen Likud-Partei zunehmend unter Druck. Sein zurückgetretener Finanzminister Benjamin Netanjahu forderte am Mittwoch Abgeordnete auf, die Räumung ganz oder teilweise zu stoppen.

HB JERUSALEM. Nach zwei neuen Meinungsumfragen hat Netanjahu in dem Likud-Block deutlich mehr Rückhalt als Scharon und könnte bei späteren Wahlen neuer Vorsitzender werden.

„Nur wir in der Knesset können dieses Übel stoppen“, zitierten israelische Medien Netanjahu. „Ich rufe alle auf, denen die Gefahr klar ist: Sammelt eure Kraft und macht das Richtige.“ Er rief die Abgeordneten auf, den Palästinenser „keine Waffen, keine Raketen, keinen Seehafen und keine Basis für Terrorismus zu geben“.

Berater des Ministerpräsidenten diskutierten bereits die Gründung einer neuen Partei unter der Führung Scharons, der sich Teile des Likud anschließen könnten, berichtete die israelische Tageszeitung „Haaretz“. Netanjahu würde derzeit bei der Wahl eines neuen Likud- Parteivorsitzenden 47 Prozent der Stimmen erhalten, Scharon nur 32 Prozent, schrieb das Blatt. Der israelische Fernsehsender Kanal 10 veröffentlichte eine Umfrage, wonach 42 Prozent Netanjahu in dem Parteiamt wollten und 27 Prozent für Scharon stimmen würden.

Israel und die Palästinenser wollen sich nach dem Abzug aus dem Gazastreifen die Aufräumarbeiten teilen. Darauf einigten sich am Dienstagabend der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas und der palästinensische Minister für Zivilangelegenheiten, Mohammed Dachlan, wie der Rundfunk meldete. Israel soll demnach einige zurückgelassene Gebäude zerstören. Palästinensische und ägyptische Firmen sollen dann den Bauschutt entsorgen. Anfallender Sondermüll soll nach Israel gebracht werden.

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