Strafreie Abgabe
Irak plant Entwaffnungs-Initiative

Landesweit will die irakische Regierung in der kommenden Woche Sammelstellen einrichten, an denen Iraker straffrei ihre Waffen abgeben können.

HB BAGDAD. Der Nationale Sicherheitsberater Kassim Daud bekräftige am Montag dagegen die Drohung einer Offensive gegen das von Aufständischen gehaltende Falludscha, sollte der radikale Moslemführer und Al-Kaida-Verbündete Abu Mussab al-Sarkaui nicht ausgeliefert werden. Am Wochenende hatte sich die US-Armee in der Stadt heftige Gefechte mit Rebellen geliefert. Bei den Luftangriffen und den Gefechten wurden Krankenhausangestellten zufolge vier Menschen getötet, darunter ein Kind.

Auch an anderen Orten im Irak ging die Gewalt weiter. In der Hauptstadt Bagdad wurden acht Menschen bei einem Anschlag auf ein Cafe getötet und 28 verletzt, teilte das US-Militär mit. Im nordirakischen Mossul wurden durch eine Autobombe fünf Menschen getötet und 15 verletzt, berichtete die Polizei. Die Extremistengruppe Islamische Armee im Irak tötete einem Fernsehbericht zufolge zwei Geiseln aus Mazedonien. Der Sender Al-Dschasira berichtete, er habe ein entsprechendes Videoband erhalten.

„Nächte Woche werden wir eine Initiative zum Einzug von Waffen bekannt geben“, sagte Daud. In dem Bagdader Viertel Sadr-City läuft seit vergangener Woche ein „Waffen-gegen-Geld-Programm“. Für jede Granate erhalten die Iraker 50 Dollar. Die Entwaffnung der dortigen schiitischen Aufständischen ist Teil des Waffenstillstandsabkommens mit der Regierung.

Für die sunnitische Rebellenhochburg Falludscha hingegen gelten die alten Bedingungen, sagte Daud. „Wir haben einen Zeitplan für Falludscha und an dem halten wir fest“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Frist für die Auslieferung nannte er jedoch nicht. „Ich glaube nicht, dass die Einwohner von Falludscha diese Art von Frieden wollen“, sagte der Chefunterhändler der Stadt, Chaled al-Dschumaili. „Sie wollen wirklichen Frieden, nicht einen Frieden, der einem Dolchstoß in den Rücken gleichkommt und zuschlägt und Häuser zerstört und Frauen tötet“, sagte er. Die US-Armee hatte ihn in der Nacht nach drei Tagen Haft entlassen.

Daud zufolge gilt es als sicher, dass Falludscha eine Operationsbasis der Al-Sarkaui Gruppe ist. „Dort sind viele seiner Anhänger“, sagte er. Bewohner Falludschas sagen hingegen, sie hätten keinerlei Hinweise darauf, dass Al-Sarkaui sich dort aufhalte. Al-Sarkaui gilt als der größte Feind der USA im Irak. Seine Gruppe wird für einige der schlimmsten Anschläge und die Ermordung ausländischer Geiseln verantwortlich gemacht. Erst am Sonntag war im Internet ein Schreiben aufgetaucht, demzufolge Al-Sarkaui sich als Verbündeter des Moslem-Extremisten und Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden bezeichnet.

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