Straße von Hormus
USA warnen Iran vor Blockade

Eine Störung des Schiffsverkehrs auf der weltweit wichtigsten Öltransportroute im persischen Golf würden die USA nicht hinnehmen. Das hat das Pentagon nach entsprechenden Drohungen aus dem Iran erklärt.
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Washington/TeheranSäbelrasseln um Öltransporte am Persischen Golf: Nach der iranischen Drohung mit einer Blockade von Öltransporten an der Straße von Hormus bei einer Ausweitung der Sanktionen haben die USA den Ton überraschend verschärft. Die US-Marine meint sogar demonstrativ, sie habe eine „robuste Präsenz“ in der Region.

Ein Außenamtssprecher in Washington bekräftigte entsprechende Äußerungen der Marine: „Es ist absolut entscheidend, dass in diesen internationalen Gewässern Freiheit des Schiffsverkehrs herrscht“. Allerdings fügte Außenamtssprecher Mark Toner am Mittwoch vor Journalisten in Washington hinzu, er glaube weiterhin, dass es sich eher um „Rhetorik der Iraner“ handele. Es habe in der Vergangenheit ähnliche Drohungen gegeben. Auf die Frage, ob es sich um eine echte Drohung handele, meinte er aber: „Das ist schwer zu sagen.“

Der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi hatte zuvor mit einer Blockade der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer gedroht, sollten die USA und ihre Verbündeten neue Sanktionen gegen Teheran beschließen. Der Chef der iranischen Marine, Habibollah Sajari, sagte zu Rahimis Drohung in einem Interview jedoch, ein solcher Schritt sei noch nicht notwendig.

Die iranische Marine hatte am Samstag mit einem zehntägigen Manöver an der Meerenge begonnen. Der Sprecher des Pentagon, George Little, sagte am Mittwoch, dies komme häufig in der Region vor. Fälle von Feindseligkeiten der Iraner gegenüber US-Schiffen seien ihm indes nicht bekannt. Derweil passierten der US-Flugzeugträger „USS John Stennis“ und der Lenkwaffenkreuzer „USS Mobile Bay“ die Straße von Hormus in Richtung des Arabischen Meeres. Little zufolge handelte es sich dabei um ein im Vorfeld geplantes Manöver, um die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen.

Hatte das US-Außenministerium die Äußerungen aus Teheran zunächst als Ablenkungsmanöver abgetan, richtete die US-Marine am Mittwoch eine unmissverständliche Warnung an den Iran. „Jeder, der die Freiheit der Seefahrt in einer internationalen Meeresenge bedroht oder behindert, stellt sich klar außerhalb der Staatengemeinschaft. Solch eine Behinderung wird nicht toleriert“, teilte die Sprecherin der im Golfkönigreich Bahrain stationierten Fünften US-Flotte, Rebecca Rebarich, mit.

Durch die enge Wasserstraße von Hormus wird der Großteil der Ölexperte aus Nahost exportiert. Experten fürchten bei einer Blockade einen massiven Preisanstieg der Rohölpreise - mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. „Der freie Verkehr von Gütern und Dienstleistungen durch die Straße von Hormus ist entscheidend für den Wohlstand der Region und der Welt“, sagte Rebarich weiter.

Die Fünfte US-Flotte „bekennt sich zum Schutz maritimer Freiheiten, die die Basis des globalen Wohlstands sind. Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass unsere Streitkräfte in dieser Region operieren“, betonte Leutnant Rebarich. Die US-Marine unterhalte „eine robuste Präsenz in der Region, um destabilisierende Aktivitäten zu verhindern und ihnen entgegenzuwirken“. Am Wochenende hatten iranische Streitkräfte ein großangelegtes Manöver in dem Seegebiet begonnen.

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Immer wieder Drohungen aus dem Iran

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  • qNaomi

    "erwachsene Menschen"

    Die sind nicht erwachsen, entweder qua Alter oder qua geistiger Reife. Und wenn Sie jetzt noch das Wort "Menschen" durch "Männer" ersetzen, macht alles plötzlich Sinn ...

    Ntürlich gibt's auch "Flintenweiber", aber ich vermute mal, das sind bloß virtuelle Transvestiten.

    Egal wie, sie verwechseln einfach Ihre Ballerspiele und die Actionfilme, die sie schon mit drei konsumieren durften, weil Frau Mama sich lieber ihrer Wellness hingegeben hat und das ganze dann "antiautoritäre Erziehung" labellte.

    Voila, das ergebnis: Eine langsam aber stetig verrohende Gesellschaft, die wohl leider irgendwann den Unterschied zwischen ihren Ballerspielen und der Realität "auf die Harte" lernen müssen.

  • Wie können Sich den nur erwachsene Menschen so begeistert über das Töten austauschen. Wer von Euch möchte denn für den kranken Kopf von ein paar Politikern sein Leben auf´s Spiel setzen. Es werden Menschen sterben und es wird sich nichts ändern.

  • Na dann iss ja gut ...

    Die blöden Perser haben nur "ein paar alte Fregatten und Schlauchboote" und wie man ja aus amerikanischen Äggdschiun Filmen weiss, haben die Amerikaner eine blitzeblank Flotte und Soldaten, die auch dann noch weiterkämpfen, wenn sie von einem Maschinengewehr durchsiebt worden sind.

    Und überhaupt: "das" "die USA die Kontrolle über den Iran übernimmt" sollte doch kein Problem sein, die haben ja hervorragende Erfahrungen im Irak gemacht.

    Nur, daß die noch blöderen Russen und Chinesen nicht mitmachen wollen, das ist tatsächlich schon ärgerlich.

    Habe ich irgendwo einen Sarkasmus oder Ironie-Tag vergessen? Wenn ja, einfach dazudenken, bevor Sie zu Ihrem Ballerspiel zurückkehren.

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