Straßenschlachten
Frankreichs Jugend randaliert wieder

Ein simple Fahrkartenkontrolle führte am Dienstagabend zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Jugendlichen im Pariser Nordbahnhof. Die Station war stundenlang blockiert – in der Hauptverkehrszeit. Nun fürchtet Frankreich, dass die Jugendunruhen von 2005 wieder ausbrechen.

HB PARIS. Mit Tränengas ist die Pariser Polizei in der Metrostation Gare du Nord am Dienstagabend gegen Jugendbanden vorgegangen, die dort Geschäfte plünderten und Fensterscheiben einwarfen. Einige der Jugendlichen schleuderten Mülleimer und andere Gegenstände auf die Polizisten und setzten einen Informationsstand in Brand.

Die Metrostation wurde für mehrere Stunden geschlossen, neun Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Auslöser der Zusammenstöße war offenbar ein Streit bei der Kontrolle eines Schwarzfahrers. Daraufhin hätten Jugendliche zunächst die Kontrolleure angegriffen und dann hinzueilende Polizisten.

Einige Jugendliche wiesen diese Darstellung zurück. Vielmehr habe ein Polizist einen Jugendlichen afrikanischer Abstammung grob behandelt. Viele der an den Ausschreitungen Beteiligten stammten dem Anschein nach aus Einwandererfamilien. Einige skandierten wütende Slogans gegen den früheren Innenminister Nicolas Sarkozy.

Dieser war am Montag von seinem Posten zurückgetreten, um sich ganz auf den Wahlkampf für das Präsidentenamt konzentrieren zu können. Sarkozy machte sich einen Namen als Hardliner während der Jugendkrawalle, die 2005 Pariser Vororte und andere französische Städte erschütterten. Kritiker werfen ihm vor, Sicherheitsbedenken der Bürger für seine politischen Zwecke zu schüren.

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