Straßenschlachten in Sarcelles
Frankreich verurteilt antisemitische Proteste

In Frankreich brennen jüdische Geschäfte. Doch es wird nicht das Jahr 1940, sondern 2014 geschrieben. Der Gazastreifen-Konflikt sorgte für ausufernde Proteste. Frankreichs Innenminister verurteilt die Gewaltausbrüche.

ParisDer französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat ein entschlossenes Vorgehen gegen jegliche Art von Antisemitismus angekündigt, nachdem Proteste gegen den Konflikt im Gazastreifen am Sonntag zu Gewaltausbrüchen geführt hatten. Demonstranten hatten sich vor zwei Synagogen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. In dem von vielen Juden bewohnten Stadtbezirk Sarcelles brannte ein Geschäft für koschere Lebensmittel.

„Es ist inakzeptabel, wenn Synagogen angegriffen werden oder Geschäfte, nur weil sie von Juden geführt werden“, sagte der Minister am Montag bei einem Besuch von Sarcelles. „Nichts kann Antisemitismus rechtfertigen.“ Solche Gewaltakte würden bekämpft und bestraft. Er würde ebenso handeln, wenn Moscheen oder Kirchen angegriffen würden, sagte Cazeneuve.

Frankreich ist Heimat der größten jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen in Europa. Gewaltausbrüche im Nahen Osten führen daher oft zu Spannungen zwischen ihnen.

Medienberichten zufolge wurden am Rande der Demonstrationen in Sarcelles auch Autos angezündet und Läden geplündert. Viele Ziele der Gewalttäter und Plünderer hatten keinen jüdischen Hintergrund.

Seit Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen am 8. Juli kamen dort mehr als 500 Menschen ums Leben. 484 Opfer waren Palästinenser, zumeist Zivilisten. Der UN-Sicherheitsrat forderte eine sofortige Waffenruhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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