Strauss-Kahn bleibt in U-Haft
„Wir werden beweisen, dass er unschuldig ist“

Eine Millionen-Kaution und sogar elektronische Fußfesseln hatten seine Anwälte angeboten - doch es half nichts: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bleibt in U-Haft. Hoffnung gibt den Anwälten ein angebliches Alibi.
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New YorkDer graue, verregnete Himmel über New York dürfte dem Gemütszustand von Dominique Strauss-Kahn an diesem Montag entsprochen haben: Der Spitzenpolitiker wirkte übermüdet und verbittert, als er im Gerichtssaal in Downtown Manhattan auf seine Anhörung wartet. Mit steinerner Miene verfolgt er, wie der Staatsanwalt die lange Liste an Vorwürfen gegen ihn vorliest.

Nach wenigen Minuten ist klar: Strauss-Kahn bleibt vorerst in Haft, die Richterin lehnt eine Kaution ab. Die Anwälte Strauss-Kahns plädierten später für ihren sichtlich übermüdeten Mandanten auf nicht schuldig. "Wir werden beweisen, dass er unschuldig ist", sagte einer der Anwälte vor dem Gerichtsgebäude nach der kurzen Anhörung. "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass er einen fairen Prozess bekommt. Dann werden wir alle Vorwürfe gegen unseren Mandanten entkräften." Die Anwälte hatten auch angeboten, dass Strauss-Kahn eine elektronische Fußfessel tragen werde, sollte er auf Kaution freikommen.

Rätsel gaben derweil Berichte über ein angebliches Alibi auf. Schon in den frühen Morgenstunden war der 62-Jährige in das Gericht gebracht worden, um mit den Vorwürfen konfrontiert zu werden: Versuchte Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und Nötigung. Das Opfer ist laut Anklageschrift ein 32-jähriges Zimmermädchen des Sofitel-Hotels in Midtown Manhattan, in dem Strauss-Kahn am Wochenende übernachtet hatte. Strauss-Kahn erwarten nun laut Staatsanwaltschaft bis zu 25 Jahre Gefängnis, sollte er schuldig gesprochen werden.

Strauss-Kahn war im hellblauen Hemd und mit dunkler Jacke vor der Richterin erschienen. Ihm zur Seite stand sein Anwalt Benjamin Brafman, der schon Michael Jackson und Rapper P. Diddy vertreten hatte. "Unsere Absicht ist es, seinen Namen reinzuwaschen", sagte Anwalt Brafman später in die zahlreichen Fernsehkameras, die vor dem Gerichtsgebäude warteten. Eine erfahrene Gerichtsreporterin sagte, einen dermaßen großen Auflauf an internationaler Presse habe sie noch nicht erlebt.

Strauss-Kahn hatte am späten Vormittag New Yorker Zeit wie alle Angeklagten auf einer Bank im Gerichtssaal Platz nehmen müssen, um darauf zu warten, dass sein Fall aufgerufen wird. Neben ihm saßen mutmaßliche Drogendealer und andere Verdächtige. Der Top-Banker schwieg.

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Kann das Alibi DSK retten?

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Dickere Uhr als Sarkozy

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  • Sicher ist Vorverurteilung nicht angebracht, auch ! eil in einem Land wie den USA Entschädigungsleistungen sehr große Summe umfassen können: da hat man ausgesorgt, grade wenn der mutmaßliche Täter der Chef einer sehr großen Instititution ist. Aber wer wie Straus-Khan in solche Höhen empor gebracht hat, ist menschlich nicht selten ein "Chrakterschwein". Es gibt zahllose Beispiel aus Politik, Sport, Wirtschaft. Auch wenn die meisten ihre persönliche Untiefen nicht durch gemeine krminalität offenbaren.

  • Guten Tag,.... Bitte nehmen Sie mir nicht uebel dass ich hoffe dass dieser Lump zu Dauerwurst verarbeitet wird. Er hat dutzende solcher Geschichten auf dem Buckel. In keinem anderen Land als bei der * Grande Nation * waere so was toleriert worden. Der Teufel hohle Ihn. Jedoch gleube Ich dass er dem sogar noch zu schlecht ist. Ich bin Franzoesischstaemmig und habe ueber die Haelfte meines Lebens fuer diese Wichser gearbeitet. Arbeitsscheu, verlogen und korrupt. Der kleine Teufel im Elysée ist auch nicht besser. Hoert endlich auf Frankreich durch die Rosa Brille zu betrachten. In Amerika oder Deutschland waere dieser Mistkaefer laengst enteiert worden. In Amerika duerfen Sie fast alles;.... nur sollte mann sich nicht mit der Fahne den Hintern oeffentlich abwischen;... und schon gar nicht gegen die *pruederie* verstossen. Uebrigens hat Californien auch schon eine Antrag auf Beibehaltung der Inhaftierung gestellt. Der Angeber konnte seinen Schwa.. noch nie zuegeln.Nehmen Sie ruhig schon mae ein bisschen Abstand;... denn wer sich zu lange mit Scheisse abgibt der riecht bald auch danach. Besten Dank

  • Das erinnert an den Film "Die Glücksritter" mit Eddie Murphy und Dan Aykroyd.
    -Eine Afrikanerin aus der Bronx- eine tolle Besetzung.

    Nein, da muß mehr aufgetischt werden als einseitige Behauptungen.

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