Strauss-Kahn im Verdacht des Macht-Missbrauchs
IWF ermittelt gegen eigenen Chef

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine Untersuchung gegen seinen Vorsitzenden Dominique Strauss-Kahn eingeleitet. Dem IWF-Chef wird vorgeworfen, seine Machtposition im Zusammenhang mit einer sexuelle Beziehung zu einer Mitarbeiterin missbraucht zu haben.

HB WASHINGTON. Ein IWF-Sprecher bestätigte am Samstag in Washington die Informationen der Zeitung "Wall Street Journal". Der IWF habe eine Anwaltskanzlei beauftragt, dem Verdacht nachzugehen, berichtete die Zeitung am Samstag. Die Untersuchung dreht sich um ein Verhältnis des Franzosen mit der früheren hochrangigen Mitarbeiterin der Afrika-Abteilung beim IWF, Piroska Nagy. Beide sollen dem Bericht zufolge E-Mails über eine mögliche intime Beziehung ausgetauscht haben. Das Verhältnis habe Anfang des Jahres während einer Konferenz in Europa begonnen. Nagys Ehemann, der bekannte argentinische Ökonom Mario Blejer, der früher ebenfalls für den Währungsfonds tätig war, habe die E-Mails entdeckt.

Laut "Wall Street Journal" erklärte Strauss-Kahn, er habe mit den externen Ermittlern zusammengearbeitet und werde dies weiter tun. Der "Vorfall, der sich in meinem Privatleben abspielte", habe sich im Januar 2008 ereignet, erklärte der IWF-Chef dem Bericht zufolge. "Zu keinem Zeitpunkt habe ich meine Position als Geschäftsführer des Fonds missbraucht", zitierte die Zeitung den früheren französischen Finanzminister. Die von der Kanzlei Morgan, Lewis & Brockius vorgenommene Untersuchung soll der Zeitung zufolge bis Ende Oktober angeschlossen sein.

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