Strauss-Kahn-Nachfolge
Geschacher um IWF-Chefposten kommt auf Touren

Ackermann, Steinbrück, Lagarde - oder doch ein Türke? Die Debatte um die Strauss-Kahn-Nachfolge ist in vollem Gange. Der IWF-Chef ist noch nicht einmal angeklagt, da werden schon die ersten Kandidaten verschlissen.
  • 4

Frankfurt/BrüsselDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zählt zu den Kandidaten für die Nachfolge des inhaftierten IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Dienstag ohne Angaben von Quellen, die Bundesregierung halte Ausschau nach möglichen deutschen Kandidaten für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und dabei werde auch Ackermanns Name genannt. Im Gespräch sei zudem Thomas Mirow, Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).

Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache nicht äußern. Ein kurzfristiger Wechsel Ackermanns zum IWF dürfte allerdings schwierig sein. Sein Vertrag an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus läuft noch bis 2013, die Nachfolgefrage ist hier noch nicht geklärt. Als Kronprinzen galten bislang Chef-Investmentbanker Anshu Jain und Risikovorstand Hugo Bänziger. Doch auch der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber wird inzwischen als Kandidat bei der Deutschen Bank gehandelt.

IWF-Chef Strauss-Kahn wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel versucht zu haben, ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dafür ausgesprochen, erneut einen Europäer als Nachfolger ins Auge zu fassen, falls es zur Ablösung des Franzosen kommen sollte. Als Kandidatin gehandelt wird beispielsweise die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Gute Chancen eingeräumt werden aber auch dem türkischen Ökonomen und Politiker Kemal Dervis, zurzeit Vizepräsident der Washingtoner Denkfabrik Brookings Institution oder dem südafrikanischen Finanzexperten und Chef der Nationalen Planungskommission Trevor Manuel.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses, Volker Wissing, warnte angesichts der Inhaftierung Strauss-Kahns vor den Folgen eines Machtvakuums an der Spitze des Finanzinstitution. „Eine Hängepartie darf sich der IWF nicht leisten, wir brauchen klare Verhältnisse“, sagte Wissing Handelsblatt Online. Es sei Eile geboten, da der IWF in der gegenwärtigen Schuldenkrise einiger europäischer Staaten „voll handlungs- und entscheidungsfähig“ sein müsse. Die jetzige Situation sei für alle Beteiligten nicht einfach. Dennoch, so Wissing: „Herr Strauss-Kahn muss sich äußern und erklären, wie es weitergehen soll.“

Seite 1:

Geschacher um IWF-Chefposten kommt auf Touren

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Strauss-Kahn-Nachfolge: Geschacher um IWF-Chefposten kommt auf Touren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mal davon ab, das Mutti mal wieder das Fell verteilt, bevor der Bär erlegt ist - gilt in D nicht erst mal die Unschuldsvermutung?
    Wahrscheinlich nur so lange es den Großkopferten in den Kram passt.
    Der IWF ist für eine Übergangszeit durchaus auch ohne DSK handlungsfähig.
    Was für eine amrselige Gesellschaft da oben. Kein Wunder, dass in der Politik keine anständigen Personen zu finden sind - die würden doch aus dem Kotzen gar nicht mehr rauskommen.

  • isser doch schon.

  • Warum nicht ?
    Dieser Fatzke ist schön korrupt und verlogen, ideal für so einen Posten....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%