Strauss-Kahn-Nachfolge
Merkel unterstützt IWF-Kandidatur von Lagarde

Haben die Europäer ein Erbrecht auf den IWF-Vorsitz? Mit ihrer Kandidatur stößt Christine Lagarde auf Kritik aus den Schwellenländern. Doch auf andere treue Unterstützer ist Verlass.
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ParisDie Bundesregierung unterstützt die Kandidatur von Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde als erste Frau für den Chefsessel beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch, dass Lagarde „bestens vertraut“ mit der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten sei. Deshalb könnte sie „bruchlos“ in die neuen Aufgaben wechseln.   

Die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin hat nach Angaben des Regierungssprechers die Unterstützung aller drei Koalitionsparteien CDU, CSU und FDP. Seibert lobte sie als „Person von hoher fachlicher Kompetenz“, die auch auf internationalem Parkett große Erfahrung habe.

Zuvor hatte Lagarde ihre Kandidatur offiziell bekanntgegeben. „Ich habe mich dafür entschieden, für die Spitze des IWF zu kandidieren“, sagte Lagarde am Mittwoch in Paris. Die Unterstützung aus einer ganzen Reihe von Ländern habe sie dazu ermutigt. Unter anderen hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für Lagarde stark gemacht - nicht zuletzt in Ermangelung eines geeigneten deutschen Kandidaten.

Angesichts der Schuldenkrise in vielen Euro-Ländern begrüßte auch EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso die Kandidatur der Französin. „Frau Lagarde ist in der internationalen Gemeinschaft gut angesehen“, sagte er. Der IWF stützt Griechenland, Irland und Portugal mit Milliardenbeträgen.

Der bisherige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, ebenfalls Franzose, war vorige Woche zurückgetreten. Er soll Ermittlungen zufolge versucht haben, in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Allerdings droht Lagarde Widerstand aus den Schwellenländern. Die fünf IWF-Direktoren aus China, Brasilien, Indien, Südafrika und Russland sprachen sich dagegen aus, dass der neue Managing Director wie bisher automatisch von den Europäern gestellt wird. Nicht die Nationalität, sondern die Fähigkeiten sollten den Ausschlag geben, erklärten sie.

„Ich will eine möglichst breite Zustimmung für meine Kandidatur“, sagte Lagarde am Mittwoch angesichts der Kritik . Um die Nachfolge des in New York wegen versuchter Vergewaltigung angeklagten früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn war zuvor ein Streit zwischen Europa und den Schwellenländern entbrannt. Traditionell besetzen die Europäer den Chefposten des IWF, während die USA die Führung der Weltbank übernehmen. Der IWF will bis Ende Juni entscheiden, wer den Posten übernimmt.

Offiziell hatte auch China der Französin Unterstützung zugesichert. Mit der zusätzlichen Rückendeckung der Volksrepublik stand damit einer Kandidatur nichts mehr im Wege. Die USA haben sich Kreisen zufolge bereits für einen Europäer ausgesprochen. Die USA und die europäischen Länder halten gemeinsam mehr als die Hälfte der IWF-Stimmrechte, womit sie genügend Macht haben, über die Führung des Fonds zu entscheiden. Lagardes Kandidatur gilt daher als ausgemachte Sache.

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Kommentare zu " Strauss-Kahn-Nachfolge: Merkel unterstützt IWF-Kandidatur von Lagarde"

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  • ......Seibert lobte sie als „Person von hoher fachlicher Kompetenz“.......??

    Es muß doch möglich sein, dass man eine Person auswählt die wenigstens "Economics" studiert hat und keine FACHFREMDE Person. Ober wie wäre es wenn man einen NICHT-Juristen als Vorsitzenden des Bundesverfassungsgerichts nominiert.

  • Über den Hintergrund dieser Dame ist wenig bekannt, oder? Wird sie die Rolle von Straß-Kahn übernehmen, der mit für eine riesige Umverteilung sorgte, oder wird ein neuer Wind wehen? Spannend und wichtig!

  • Ich sage nur Crédit Lyonnais und Bernard Tapie. Jetzt kann der deutsche Steuerzahler nur noch hoffen dass die französchische Justiz Madame Lagarde am 10. Juni für korrupt erklärt und wegen Amtsmissbrauch hinter schwedische Gardinen kommt. Dummerweise genau am Tag an dem die Entscheidung über den neuen IWF Chef fallen sollte...

    Und Frau Merkel hat mal wieder bewiesen dass sie wirklich kein gutes Händchen für die Personalauswahl hat.

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