Strauss-Kahn soll Macht ausgenutzt haben
IWF-Chef unter Beschuss

Der Ärger kommt zur Unzeit. Mitten in der Finanzkrise gerät Dominique Strauss-Kahn, der Chef der Internationalen Währungsfonds (IWF), in Bedrängnis.

HB WASHINGTON. Es werde geprüft, ob der Chef seine Stellung im Zusammenhang mit einer Affäre zu einer Angestellten missbraucht habe, teilte der IWF mit. Eine externe Anwaltskanzlei untersuche den Vorgang. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, es werde geprüft, ob Strauss-Kahns angebliche Geliebte höhere Zulagen vom IWF erhalten habe als üblich. Strauss-Kahn selbst erklärte, es habe zwar im Januar 2008 "einen Vorfall" in seinem Privatleben gegeben, der jetzt vom IWF untersucht werde. Er habe aber zu keinem Zeitpunkt seine berufliche Position missbraucht.

Bei der Frau handelt es sich um Piroska Nagy, eine Volkswirtin, die in der Afrika-Abteilung des IWF arbeitete. Ihr Anwalt erklärte am Wochenende, Nagy habe den IWF im August verlassen. Sie habe dabei ein Abfindungsangebot genutzt, das der IWF auch anderen Mitarbeitern gemacht habe, um Stellen zu kürzen und damit Kosten einzusparen. "Sie ist in keiner Weise besonders behandelt worden - weder auf günstige noch auf ungünstige Art - und es gab auch keinen Druck auf sie, zu gehen", sagte Anwalt Robert Litt von der Kanzlei Arnold & Porter.

Der IWF erklärte, die Untersuchung sei vom Vorsitzenden des 24 Personen umfassenden IWF-Verwatungsrates, Shakour Shaalan, in Auftrag gegeben worden, nachdem er im Sommer Kenntnis von der Sache bekommen habe. Die Untersuchung solle bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Strauss-Kahn erklärte, er unterstütze die Prüfung.

Das Wall Street Journal hatte einen IWF-Sprecher mit den Worten zitiert, es gehe um den Vorwurf des "unangebrachten Verhaltens". Zudem berichtete das Blatt, der Vorfall habe innerhalb des IWF zu Kritik geführt, weil bis zum Freitag noch nicht alle 24 Mitglieder des IWF-Verwaltungsrates von der Untersuchung Kenntnis gehabt hätten. Interne Kritiker sagen, Mitglieder mit Kenntnis von den Vorwürfen hätten in der Lage sein können, ihre Information bei möglichen Disputen mit Strauss-Kahn bei Streitfällen von politischer Natur oder der Finanzierung von Projekten auszunutzen.

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