Streik
Renten-Proteste legen öffentliches Leben in Belgien lahm

Ein landesweiter Streik gegen die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters hat das öffentliche Leben in Belgien am Freitag weitgehend lahm gelegt. Der Nah- und Fernverkehr ruhte fast völlig, die Automobilindustrie sowie Metallfabriken mussten ihre Produktion einstellen, Fernsehsender und Radiostationen sendeten kein Programm.

HB BRÜSSEL. In Brüssel demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben gut 100 000 Menschen gegen die Absicht des liberalen Premierministers Guy Verhofstadt, die Altersgrenze für Frührentner von 58 auf 60 Jahre anzuheben. Die Polizei sprach von mehr als 80 000 Demonstranten, die aus allen Landesteilen in die Hauptstadt gekommen waren.

Die belgische Staatsbahn SNCB fuhr nach Angaben des flämischen Rundfunksenders VRT planmäßig, um alle Streikenden zur Demonstration in Brüssel zu bringen. Sie setzte zusätzliche Waggons und 15 Sonderzüge ein. Die Brüsseler U-Bahn sowie Busse und Straßenbahnen der regionalen Verkehrsgesellschaften hatten ihren Betrieb hingegen so gut wie eingestellt. In allen großen Industriebetrieben, darunter dem Opelwerk in Antwerpen und der VW-Fabrik in Brüssel, legten die Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben ebenfalls die Arbeit nieder.

Nach Angaben der Brüsseler Industrie- und Handelskammer entstand der Wirtschaft durch den Streik ein Schaden von etwa 160 Millionen Euro. Gewerkschafter schlossen weitere Aktionen im November nicht aus, falls die Regierung an ihren Pläne festhalte.

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