Streiks in Griechenland
100.000 Tonnen Protest-Müll

Die griechischen Proteste gegen den strikten Sparkurs der Regierung stürzen das Land immer mehr ins Chaos. Da die Müllabfuhr im Ausstand ist, liegen in den großen Städten des Landes inzwischen mehr als 100.000 Tonnen.
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AthenIn Griechenland nehmen die Proteste gegen den Sparkurs immer größere Ausmaße an. Landesweit traten am Freitag Zöllner und Finanzbeamte für zehn Tage in den Streik, in den großen Städten war die Müllabfuhr im Ausstand. Stinkende Abfallberge türmten sich in den Straßen auf. In den kommenden Tagen könnten Diesel und Benzin knapp werden. Finanzminister Evangelos Venizelos warnte die Streikenden: „Einige spielen mit dem Feuer und der Zukunft des Volkes.“ Wenn es so weiter gehe, werde das Land ins Elend gestürzt.

In Athen streikten neben den Taxiunternehmern auch Bus- und U-Bahnfahrer. Tausende Menschen kamen zu spät zur Arbeit. Die Streiks sollen auch kommende Woche andauern. Die Proteste gegen mögliche Entlassungen richteten sich in mehreren Kommunen auch direkt gegen die Bürgermeister. Nach einem neuen Gesetz entscheiden diese über Entlassungen. Mindestens 30.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes müssen in den kommenden Monaten gehen.

In den größeren Städten des Landes liegen nach Schätzungen der Kommunen mittlerweile mehr als 100.000 Tonnen Müll. Aus Protest gegen anstehende Entlassungen und Gehaltskürzungen sind Angestellte der Kommunen seit mehr als einer Woche im Ausstand. Die Regierung drohte der streikenden Müllabfuhr, man werde private Unternehmen mit der Abfallbeseitigung beauftragen. Griechische Medien berichteten zudem über Pläne, die Beschäftigten der Müllabfuhr per Dekret zum Dienst zu verpflichten.

Wegen der Zöllnerstreiks könnte es in den kommenden Tagen zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin und Diesel kommen. Die Gewerkschaft drohte damit, den auf zehn Tage angesetzten Ausstand auf unbefristete Zeit auszudehnen. Nach Angaben des Verbandes der Tankwarte reichen die Reserven in den Tankstellen „sicher für mindestens eine Woche“. Da aber viele besorgte Autofahrer am Wochenende volltanken würden, könnte es bereits am Montag zu Engpässen kommen. In Athen bildeten sich am Freitag vor einigen Tankstellen schon die ersten Warteschlangen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streiks in Griechenland: 100.000 Tonnen Protest-Müll"

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  • GR Staatsangestellte wehren sich gegen absehbare schmerzliche Einkommensverluste. In diesem "Surri" kippen sie mglw. noch ihr einträgliches Tourismusgeschaeft. Nur mit einem "plaktativen Staatschaos" koennen sie auf Finanz-Hilfen bauen. Insofern wird sich diese Tendenz verstärken. Die notwendige Staatsreform zieht sich ueber eine Dekade hin.
    Dazu ist keiner bereit. Hoch die Tassen und weiter so.

  • Wenn die Griechen ihre Anleihen nicht mehr bedienen und sich damit auf das Niveau von Kommunisten der Oktoberrevolution oder argentinischer Betrugspolitiker begeben, sollen die Griechen ruhig verrecken!
    Diese Meinung darf man in einem freien Land durchaus vertreten.

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