Streit auf dem EU-Gipfel
Blair kritisiert Schröder und Chirac

Frankreich und Deutschland sind vom britischen Premierminister Toy Blair am Freitag auf dem EU-Gipfel scharf kritisiert worden. Blair erklärte, Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Präsident Jacques Chirac dürften ihre Kollegen in der Europäischen Union (EU) nicht überrollen und zu einer Einigung drängen.

HB BRÜSSEL. „Wir arbeiten in einem Europa der 25 ... nicht der sechs oder zwei oder eines einzigen“, sagte ein Sprecher Blairs vor Journalisten. „Es war bedauerlich, dass Präsident Chirac sich entschieden hat, unsere Position anzugreifen, bevor die Verhandlungen wirklich begonnen haben.“

Auf die Frage, ob ein Kommissionspräsident aus einem Land wie Großbritannien kommen könne, das weder an der Währungsunion noch am kontrollfreien Grenzverkehr teilnehme, hatte Chirac am Vortag gesagt: „Ich denke nicht, dass das eine gute Entscheidung wäre.“ Während Frankreich und Deutschland den belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt als Kandidaten unterstützen, wollen die meisten europäischen konservativen Regierungen und Abgeordnete den britischen EU-Außenkommissar Chris Patten in dem Amt haben.

Blairs Sprecher sagte weiter, die britische Regierung stimme auch nicht damit überein, dass Schröder versuche, eine Einigung über die erste europäische Verfassung für die erweiterte Union mit der Ernennung des nächsten Kommissionspräsidenten zu verknüpfen.

Schröder sagte zu Beginn der Beratungen am zweiten Tag des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der EU, die Fragen, die die Verfassung beträfen, seien nicht mit der Suche nach einen neuen Kommissionspräsidenten verbunden.

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