Streit im Bundestag
Schavans Luftreise zum Papst hat Folgen

Sie flog zum Papst, nahm dafür die Dienste der Bundeswehr-Flugbereitschaft in Anspruch: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gerät wegen ihrer Dienstreise in Turbulenzen. Die Grünen verlangen Aufklärung.
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BerlinEine Rom-Reise von Bundesbildungsministerin Annette Schavan mit Hilfe der Flugbereitschaft der Bundeswehr hat für die CDU-Politikerin ein parlamentarisches Nachspiel. Die Grünen wollen die Ministerin vor den Haushaltsausschuss laden. „Da müssen die Fakten auf den Tisch“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, der „Bild am Sonntag“.

Schavan war Ende März für drei Tage nach Rom gereist und hatte für Hin- und Rückflug einen Kleinjet der Flugbereitschaft genutzt. Während des Besuchs traf sie auch den Papst. Nach Berechnungen des „Spiegel“ verursachte sie Kosten von etwa 150.000 Euro. Das Bildungsministerium widersprach der Darstellung: Die Kosten seien weitaus geringer gewesen. Zudem seien die Flüge aus dienstlichen Anlässen gerechtfertigt gewesen.

Nach Darstellung des „Spiegel“ nahm die Bildungsministerin am Abend des 29. März in Rom an einem Empfang des deutschen Botschafters beim Vatikan teil. Tags darauf war sie bei einer Generalaudienz des Papstes, mit dem sie im Anschluss daran noch ein kurzes persönliches Gespräch hatte. Am dritten Tag ihres Aufenthalts sei sie von der Flugbereitschaft abgeholt und nach Osnabrück geflogen worden. Ihr Ministerium habe den Rückflug mit „zeitlichen Gründen“ gerechtfertigt, weil sie rechtzeitig eine Vortragsveranstaltung in Nordhorn habe erreichen müssen.

„Die Ministerin hat in Rom mehrere wichtige Termine mit hochrangigen Vertretern von Bildung, Wissenschaft und Kultur wahrgenommen“, erklärte das Ministerium am Wochenende. „Wenn der Eindruck erweckt wird, sie habe wegen der Begegnung mit dem Papst die Flugbereitschaft genutzt, so ist das schlicht falsch.“ Der Bund der Steuerzahler sprach von einer „unverschämten Steuergeldverschwendung“. Dem „Spiegel“ zufolge hätten an den Reisetagen der Ministerin mehrere Linienverbindungen zwischen Berlin und Rom zur Verfügung gestanden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, warf Schavan „Frömmigkeit auf Kosten der Steuerzahler“ vor: „Frau Schavan sollte - auf eigene Kosten - noch einmal zum Papst fliegen und die Angelegenheit beichten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit im Bundestag: Schavans Luftreise zum Papst hat Folgen"

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  • Antwort an Gerd
    Natürlich kann sich Fr. S. mit dem Papst austauschen. Am schnellsten geht das per Email.
    EasyJet fliegt für 29 Euro nach Rom. Da bleiben dann noch 149.942,00 Euro für Bildung übrig. Eine ähnliche Geschichte ist mir noch in Erinnerung, nur war es da ein Hubschrauber, der Fr, Schavan über die Schwäbische Alb bringen musste. Linienflüge sind auch eine Gelegenheit mit Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Da sind vielleicht mehr Einsichten zu gewinnen als auf diesen Tagungen.

  • Es geht hier um die Flugkosten! Die Strecke hätte sie mit Linienflug machen können und den Rest zum Marketingmeeting mit dem Auto zurücklegen können. Tja, dafür haben wir ja noch Geld, kein Wunder dass für Migrantensprachkurse kein Geld mehr da ist! Braucht man wohl auch nicht, man ist einfach nur noch sprachlos, was da für eine Politikerkaste am Werk ist.

  • Wieso darf eine deutsche Bildungsministerin nicht in dienstlichen Angelegenheiten mit dem Papst sprechen? Immerhin ist die katholische Kirche eine wichtige Instanz in der Bildung in Deutschland. Das Problem scheint in der atheistischen Grundhaltung grüner Politiker zu liegen,

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