Streit mit Ägypten
Israel pocht auf Friedensverträge

Ägyptens Ministerpräsident Scharaf hatte erklärt, der Friedensvertrag mit Israel könne "zum Wohle der Region" verändert werden. Jetzt kommt die Retour aus Israel: Verträge seien „wortwörtlich einzuhalten“.
  • 7

JerusalemNach harschen Worten der ägyptischen Führung hat Israel den Botschafter des Landes einbestellt, um auf den historischen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten zu pochen. Die israelische Regierung habe Botschafter Jasser Reda bei dem Treffen darauf hingewiesen, dass Verträge wortwörtlich einzuhalten seien, hieß es in israelischen Regierungskreisen. Ägyptens Ministerpräsident Essam Scharaf hatte am Donnerstag im türkischen Fernsehen erklärt, der Friedensvertrag mit Israel von 1979 sei nicht heilig, sondern könne zum Wohle der Region geändert werden.

Israel und Ägypten führten vier Kriege gegeneinander, in denen Zehntausende Menschen ums Leben kamen. Der Friedensvertrag von 1979 läutete über drei Jahrzehnte der relativen Ruhe ein. Seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sind die Beziehungen zwischen beiden Staaten allerdings wieder gespannt. Die Lage eskalierte am Samstag, als Demonstranten die israelische Botschaft in Kairo stürmten und so die meisten israelischen Diplomaten zur Flucht aus Ägypten zwangen. Der Botschafter musste von der Luftwaffe ausgeflogen werden.

Der israelische Botschafter in Jordanien kehrte unterdessen nach Amman zurück. Der Diplomat war aus Furcht vor Gewalttaten abgezogen worden. Hunderte Jordanier hatten ihre Regierung bei Protesten am Donnerstag aufgefordert, die israelische Botschaft zu schließen und den Friedensvertrag mit dem Nachbarland aufzukündigen.

Wie Ägypten ist Jordanien eines der wenigen Länder in der Region, die mit Israel Frieden geschlossen haben. Nach den Umwälzungen in der arabischen Welt gibt es daran aber zunehmend Kritik in der überwiegend muslimischen Bevölkerung. Nach wie vor ist im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern keine Lösung in Sicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit mit Ägypten: Israel pocht auf Friedensverträge"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag 2

    Mit diesem Erfolg war jedoch auch eine Niederlage verbunden. Jimmy Carter, der zwischen den beiden Parteien vermittelt hatte, strebte zunächst eine umfassende Lösung des Nahostkonflikts auch unter Einbeziehung der Sowjetunion an. Israel suchte jedoch den direkten Kontakt zu Ägypten für die schließlich erreichte separate Lösung. Da Carter diese Bemühungen öffentlich unterstützte, verhinderte er eine umfassende Lösung und verprellte darüber hinaus die Sowjets, die sich von ihm hintergangen fühlten.
    Außerdem zog sich Ägypten bzw. dessen Präsident Anwar as-Sadat den Zorn der Islamisten sowie der meisten anderen arabischen Staaten zu, da es mit der Anerkennung Israels einen Tabubruch begangen habe. Als wesentliche Folge davon wurde Anwar as-Sadat zwei Jahre später von Islamisten ermordet.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-%C3%A4gyptischer_Friedensvertrag

  • Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag
    Der Israelisch-ägyptische Friedensvertrag wurde am 26. März 1979 in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington von Israels Ministerpräsident Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat unterzeichnet. US-Präsident Jimmy Carter unterzeichnete den Friedensvertrag, wie auch schon das vorangegangene Camp-David-Abkommen, als Zeuge.
    Der Vertrag bestimmte neben der gegenseitigen Anerkennung die Beendigung des seit 1948 bestehenden Kriegszustandes. Außerdem wurde in ihm bestimmt, dass Israel die Sinai-Halbinsel zusammen mit den dortigen Erdölquellen und strategischen Punkten zurückgibt, die israelischen Siedlungen abbaut und die jüdische Bevölkerung dieser Gebiete (auch unter Anwendung von Gewalt, wie in Jamit) entfernt. Auch wurde für die freie Passage israelischer Schiffe durch den Suezkanal gesorgt und die Straße von Tiran und der Golf von Akaba als internationale Wasserwege anerkannt.
    Ägypten war mit diesem Vertrag der erste arabische Staat, der Israel offiziell anerkannte. Jordanien folgte im Jahre 1994 mit dem Israelisch-jordanischen Friedensvertrag, für den es mit hohen Geldzahlungen der USA entschädigt wurde.

  • Der , der einen Friedensvertrag außer Kraft setzen will ( oder auch nur verändern will ) hat nicht vor Friedlich mit seinen Nachbarn zu Leben .
    Wenn nun Ägypten den Geschlossenen Friedensvertrag antasten will , wollen sie (die Ägypter) Krieg .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%