Streit mit den Kaczynskis
Polnischer Verteidigungsminister geht

Der polnische Verteidigungsminister Radoslaw Sikorski hat seinen Rücktritt eingereicht. Damit zieht er die Konsequenz aus einer Fehde mit den Brüdern Kaczynski. Der Staatspräsident und der Premier fassten privat geäußerte Kritik des Ministers offenbar als Majestätsbeleidigung auf.

HB WARSCHAU. Ein Ministeriumssprecher sagte am Montag in Warschau, Sikorski werde die Öffentlichkeit selbst über seine Gründe informieren. Regierungssprecher Jan Dziedziczak teilte wenig später mit, Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski habe den Rücktritt angenommen. Kaczynski habe „Vorbehalte“ gegen die Arbeit des Ministers gehabt. Wer Sikorskis Nachfolger werden soll, war zunächst unbekannt.

Zuvor war in Medienberichten darüber spekuliert worden, dass eine Auswechslung Sikorskis unmittelbar bevorstehe. Es habe Druck aus dem Präsidentenpalast gegeben, Sikorski zu entlassen, da dieser bei privaten Gesprächen Regierungschef Kaczynski und dessen Zwillingsbruder, Staatspräsident Lech Kaczynski, scharf kritisiert habe. Auch Streitigkeiten mit seinem ehemaligen Stellvertreter Antoni Macierewicz, der nun Leiter des Militärgeheimdienstes ist, sollen einem Bericht von „Newsweek Polska“ zufolge Sikorski zu Fall gebracht haben.

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