Streit mit der Chemieindustrie programmiert
EU will Kinder besser vor giftigen Substanzen schützen

Die EU-Kommission und die europäische Chemieindustrie steuern auf einen neuen Konflikt zu. Streitpunkt ist der Vorstoß von EU-Umweltkommissarin Margot Wallström, Kinder besser vor giftigen Substanzen zu schützen.

BRÜSSEL. Zurzeit arbeitet Wallström einen Aktionsplan mit dem Titel „Scale“ aus, dessen Eckpunkte dem Handelsblatt vorliegen. Danach sollen Gesundheitsdaten mit Umweltdaten verknüpft und anschließend „legislative Vorschläge“ formuliert werden. Wallström will die EU-Initiative Scale im Juni auf einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation in Budapest vorstellen. Die Chemieindustrie fürchtet, dass die Kommission unter dem Stichwort „Kindergesundheit“ weit reichende Produktionsverbote durchsetzen will.

Scale strebt das Verbot von Substanzen an. Wallström verweist auf Untersuchungen, wonach umweltbedingte Faktoren für ein Drittel aller Krankheiten verantwortlich seien. Von Erkrankungen wie Asthma, Leukämie und Krebs seien in 40 Prozent der Fälle Kinder unter fünf Jahren betroffen, so Wallström. Im Zentrum ihrer Kritik stehen Dioxine, PCB, Schwermetalle und „endokrine Substanzen“. Das sind Stoffe, die vor allem in der Schwangerschaft schädlich auf das Hormonsystem wirken sollen. Wallströms Ziel: „157 Millionen Kinder leben in Europa. Sie sind die Opfer schädlicher Umwelteinflüsse, die wir dringend bekämpfen müssen.“

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