Streit mit Südkorea: Nordkorea rasselt mit den Säbeln

Streit mit Südkorea
Nordkorea rasselt mit den Säbeln

Nordkoreas Militär schürt neue Spannungen auf der geteilten koreanischen Halbinsel. Der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee warnte Südkorea am Samstag in einer von den staatlich kontrollierten Medien veröffentlichten Erklärung vor einer offenen militärischen Auseinandersetzung.

HB SEOUL. Den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak beschimpfte die Volksarmee als "Verräter". Der Regierung in Seoul unterstellte sie erneut, eine Politik der Konfrontation zu betreiben. Der südkoreanische Generalstab rief die Streitkräfte zur erhöhten Wachsamkeit gegen mögliche militärische Provokationen durch das kommunistische Nachbarland auf.

Lee und seine "Marionetten-Kriegshetzer" würden die "Revolutionsarmee zu starker militärischer Vergeltung zwingen, um sie zu vernichten", drohte die Volksarmee. Der südkoreanischen Marine warf sie erneut vor, Kriegsschiffe in nordkoreanische Gewässer geschickt zu haben. An der umstrittenen Seegrenze zwischen beiden Staaten im Gelben Meer war es in der Vergangenheit wiederholt zu Seegefechten gekommen.

Die Drohung gegen Südkorea wurde laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap auch von einem Militärsprecher im nordkoreanischen Fernsehen verlesen. Es sei die erste öffentlich Erklärung des Generalstabs der Volksarmee seit zehn Jahren gewesen. Nach Meinung von Beobachtern will Nordkorea den Druck auf Seoul verstärken, um es zu einer Kursänderung in der Nordkorea-Politik zu bewegen. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten haben sich seit dem Antritt einer konservativen Regierung in Seoul vor gut einem Jahr deutlich verschlechtert, die eine härtere Haltung gegenüber dem Regime in Pjöngjang vertritt als die liberale Vorgängerregierung.

Vor der Drohung gegen Südkorea hatte das Außenministerium in Pjöngjang erklärt, Nordkorea werde am Besitz von Atomwaffen solange festhalten, bis sich das Land nicht mehr von den USA bedroht fühle. Auch eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA werde nicht automatisch zur Abschaffung der Atomwaffen führen. Washington wurde erneut unterstellt, Nordkorea atomar zu bedrohen.

Experten in Südkorea vermuten, dass sich Pjöngjangs Drohungen an den nächsten US-Präsidenten Barack Obama richten, um bei künftigen Verhandlungen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm die Oberhand zu gewinnen. Am vergangenen Dienstag hatte Nordkorea bekräftigt, die Abschaffung seiner Kernwaffen von der Auflösung des "atomaren Schutzschirms" der USA über Südkorea abhängig zu machen.

Nordkorea hatte im Rahmen von Sechser-Gesprächen dem Abbau seines Atomprogramms und der Abschaffung seiner Atomwaffen grundsätzlich zugestimmt. Im Gegenzug hatten die fünf anderen Staaten - die USA, Südkorea, China, Japan und Russland - Pjöngjang unter anderem umfangreiche Energielieferungen zugesagt.

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