Streit mit Zypern

Türkei droht der Europäischen Union

Im zweiten Halbjahr 2012 soll Zypern die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Der diplomatische Ärger mit der Türkei scheint vorprogrammiert: Erdogan droht bereits damit, die Beziehungen für ein halbes Jahr auszusetzen.
Update: 19.07.2011 - 18:57 Uhr 20 Kommentare
Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan droht mit Konsequenzen  bei einer zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft. Quelle: AFP

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan droht mit Konsequenzen bei einer zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft.

(Foto: AFP)

AnkaraDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat gedroht, den Dialog mit der EU während der Ratspräsidentschaft Zyperns im zweiten Halbjahr 2012 auf Eis zu legen. Sollten bis dahin keine Fortschritte bei der Lösung des Zypern-Konflikts erzielt worden sein, „wird es sechs Monate lang keine Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union geben“, sagte er nach Medienberichten vom Dienstag in Ankara. 

Der zyprische Präsident Dimitris Christofias verurteilte die Äußerungen Erdogans. Seine Haltung trage nicht zur Überwindung der Teilung der Mittelmeerinsel bei. „Die Aussagen Erdogans sind zynisch. Und wenn die Türkei diesen Kurs fortsetzt, wird es absolut keine Möglichkeit für den geringsten Fortschritt geben“, sagte Christofias im zyprischen Rundfunk (RIK). 

Auch der griechische Außenminister Stavros Lambrinidis verurteilte die Aussagen Erdogans: „Die Erklärungen (Erdogans) beweisen noch einmal, dass die Substanz der Zypernfrage die (türkische) Invasion und die andauernde Besetzung der Insel ist.“ Die Türkei versuche, der EU zu diktieren, wer ihre Mitglieder sind und wie sie zu funktionieren habe, erklärte Lambrinidis. 

Erdogan betonte, in keinem Fall werde es während des sechsmonatigen EU-Vorsitzes Treffen mit griechischen Zyprern geben. „Wir sprechen doch nicht mit einem Land, das wir nicht anerkennen“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Anadolu. Es sei schon erniedrigend, mit Vertretern der griechischen Zyprer bei den Vereinten Nationen an einem Tisch sitzen zu müssen. 

Er betrachte die EU auch nicht als Verhandlungspartner in der Zypern-Frage, ergänzte Erdogan. „Wir werden sehen, ob diese Angelegenheit bis 2012 abgeschlossen ist. Wenn nicht, gehen wir unseren eigenen Weg“, warnte er. 

Zurzeit laufen auf Zypern intensive Gespräche zur Überwindung der Teilung zwischen dem griechischen Zyprer Christofias, der auch Präsident der Republik Zypern ist, und dem Führer der türkischen Zyprer, Dervis Eroglu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will Ende Oktober die beiden Volksgruppenführer nach New York einladen, um sich ein Bild vom Verlauf der Verhandlungen zu machen. 

Die türkischen Zyprer und die Türkei wollen nach Medienberichten erreichen, dass die Gespräche abgeschlossen werden, bevor Zypern im zweiten Halbjahr 2012 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Die griechischen Zyprer sind gegen einen Zeitplan. 

Die Mittelmeerinsel ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Seit dem 1. Mai 2004 gehört sie zur Europäischen Union. Das EU-Recht gilt jedoch vorläufig nur im griechisch-zyprischen Süden. Die Türkische Republik Nordzypern wird ausschließlich von der Türkei anerkannt. Die Vereinten Nationen führen seit Jahrzehnten Gespräche zur Überwindung der Teilung.

  • dpa
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20 Kommentare zu "Streit mit Zypern: Türkei droht EU mit Abbruch der Beziehungen"

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  • Mal schön den Ball Flach halten, keiner hat das recht ein Land über so lange Zeit als marionette zu benutzen. Es ist klar das sich die moslemische Türkei von allen anderen christlischen Ländern unterscheidet. Andere Sitten und Bräuche. Hat sich die Türkei über diese Jahre Bemüht in die EU einzutreten. Gab's eine Steigung im Gegensatz zu früher Vor ( 8 - 10 Jahren) Meiner Meinung nach ja. Ansichtssache. Das Land hat viel Potenzial und befindet sich in einem Wirtschafts-Boom. Drohen ist keine Lösung, aber Optionen äussern in diesem Falle ja. Wie lange soll die Türkei den noch warten, bei Bulgarien und Rumänien ging's sehr schnell und keiner kann mir sagen das dort die Menschenrechte ganz oben stehen. Aber diese Länder sind mit ihren geringen Zahlen übersichtlich. Die Türkei kommt mit 60 millionen wobei sie ja dann auch ein riesen STIMMRECHT in der EU hätte ;-) Denkt mal drüber nach??? Ich bin dafür das die Türkei nicht in die EU beitreten soll, wozu. Das liegt in der Geschichte, die Türken sind schon immer unwillkommen gewesen in Europa. Man fühlt sich von ihnen bedroht. Und deswegen ziehen wir unsere Hosen wieder Hoch und verbünden uns am Besten mit allen anderen Turkvölkern und Gründen unsere eigene TU = Türkische Union. Dies soll keine provokation sein, versucht doch einfach mal bisschen die Neutrale Sicht zu bewahren. Die EU ist nicht tolerant genug um ein moslemisches Land aufzunehmen. Muss es ja auch nicht, aber hinhalten ist auch nicht die feine Art. Und ich glaube die Türken haben es jetzt verstanden. Grüße aus Frankfurt am Main.

  • Willkommen Rassismus, aber der Döner für 3 ,- ist super ne. Unglaublich. Einfach nur Traurig.

  • Mal schön den Ball Flach halten, keiner hat das recht ein Land über so lange Zeit als marionette zu benutzen. Es ist klar das sich die moslemische Türkei von allen anderen christlischen Ländern unterscheidet. Andere Sitten und Bräuche. Hat sich die Türkei über diese Jahre Bemüht in die EU einzutreten. Gab's eine Steigung im Gegensatz zu früher Vor ( 8 - 10 Jahren) Meiner Meinung nach ja. Ansichtssache. Das Land hat viel Potenzial und befindet sich in einem Wirtschafts-Boom. Drohen ist keine Lösung, aber Optionen äussern in diesem Falle ja. Wie lange soll die Türkei den noch warten, bei Bulgarien und Rumänien ging's sehr schnell und keiner kann mir sagen das dort die Menschenrechte ganz oben stehen. Aber diese Länder sind mit ihren geringen Zahlen übersichtlich. Die Türkei kommt mit 60 millionen wobei sie ja dann auch ein riesen STIMMRECHT in der EU hätte ;-) Denkt mal drüber nach??? Ich bin dafür das die Türkei nicht in die EU beitreten soll, wozu. Das liegt in der Geschichte, die Türken sind schon immer unwillkommen gewesen in Europa. Man fühlt sich von ihnen bedroht. Und deswegen ziehen wir unsere Hosen wieder Hoch und verbünden uns am Besten mit allen anderen Turkvölkern und Gründen unsere eigene TU = Türkische Union. Dies soll keine provokation sein, versucht doch einfach mal bisschen die Neutrale Sicht zu bewahren. Die EU ist nicht tolerant genug um ein moslemisches Land aufzunehmen. Muss es ja auch nicht, aber hinhalten ist auch nicht die feine Art. Und ich glaube die Türken haben es jetzt verstanden. Grüße aus Frankfurt am Main.

  • Ihr könnt euch zu Tode ärgern... Glaubt mir die Türkei will schon längst nicht mehr in die EU...Deswegen auch die Drohungen als endgültige Entscheidung... Warum auch? Jeder investiert in die Türkei...Hier werden die türkischen und andere ausländischen Bürger ehh nur vernachlässigt und diskriminiert. Akademiker verlassen Deutschland nur aus diesem Grund. Wenn ihr nicht lernt mit den Ausländern zu leben wird Deutschland sehr schnell zerfallen. (siehe Demographischer Wandel in DE/ Einbürgerungen als Ausgleich/ Geburtenraten). Viele haben dies schon längst erkannt und wandern aus. Sowohl deutsche Firmen als auch andere Firmen aus der ganzen Welt investieren in die Türkei... Die Türkei wird nicht so enden wie Griechenland, Portugal, Italien ... Finanzspritze / Schuldenkrise / Die Währungsunion zerfällt...Oh man... So keep cool and try to be happy :)

  • "Türkei droht, die Verhandlungen mit der EU für ein halbes Jahr einzufrieren."

    Warum nicht länger?

  • hast du dir schonmal angeguckt wohin die Waren aus der Türkei fließen? Meinst du in das finanzstarke Georgien, Armenien, ins Kriegsgeplagte Irak, oder vielleicht nach Syrien welches bald ohne Regierung sein wird? Jetzt weisst du wohl wer wohl in die EU will und warum. Welche abhängigkeiten hat die EU denn von der "Weltmacht Türkei"?
    Bevor du über die EU schimpfst, wo du wohl oder übel zu Hause bist, solltest du über Herr Erdogan schimpfen, der denkt mit Erpressung etwas erreichen zu können. Anstatt die Fehler von 1974 zu korrigieren und eine Unabhängigkeit der Insel anerkennen.

  • Endlich lässt die türkische Regierung für alle sichtbar fallen.
    Ich fordere den Austritt der Türkei aus der NATO sofort, kein Beitritt der Türkei zur EU. Hoffentlich lernen die Politiker im Bundestag davon, mehr auf Abstand zu Ankara zu gehen, im eigenen Interesse.
    Danke

  • Erdogan hat gedroht..!!Selten so gelacht.
    Die Türkei hat nichts in der EU zu suchen, weder geographisch, noch geschichtlich.Von der Kultur und der Religion ganz zu schweigen. Wenn er die Verhandlungen einfrieren will, gerne.Er tut so als ob er der westlichen Welt einen gefallen tun würde, wenn sein Land in die EU eintritt und das Gegenteil, eine Katastrophe währe.
    Tschüss Erdogan. Vergiss bitte nicht deine Millionen fanatischen Islamisten aus ganz Europa mit zu nehmen, in Anatolien sind Sie gut augehoben.

  • Das ist ja hanebüchend. Es ist unverständlich, dass die EU, wenn auch in eingeschränktem Umfang, mit einem Beitrittskandidaten weiterverhandelt, der offen droht, die rechtmäßige Ratspräsidentschaft der EU für eine Zeit zu blockieren. Wie weit wollen wir uns eigentlich noch an der Nase herum führen lassen?

  • Na und? Wer oder was ist Türkei?

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